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Schlagerstar ohne Allüren: Andrea Berg (47).

Neues Album erscheint am Freitag

Andrea Berg: "Ich konnte mich austoben"

München - Andrea Berg (47) ist die wohl erfolgreichste Sängerin Deutschlands. Am Freitag erscheint ihr neues Album. Im Interview spricht sie über ihre Musik, ihre Fans und das Thema Neid in der Schlagerbranche.

Mehr als 13 Millionen Tonträger hat sie verkauft, ganze sieben Jahre lang war ihr Best of-Album in den deutschen Top 100 Albumcharts – Rekord. Heute erscheint ihr neues Album Atlantis, und zu dieser Gelegenheit lässt die tz sie zu Wort kommen.

Sprechen wir es offen an: Sehr viele Menschen können mit Schlagermusik überhaupt nichts anfangen. Möchten Sie diese Leute trotzdem gerne von sich überzeugen?

Andrea Berg: Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man irgendwann mal aufhört, den Menschen hinterherzurennen. Es kann nicht sein, dass alle Menschen einen gut finden und ich will nicht um jeden Preis allen Menschen gefallen. Das Schöne bei mir ist, dass ich weder ein Chirurg bin, der einen Kunstfehler machen kann, noch ein Politiker, der eine Fehlentscheidung treffen kann. Ich komme nur im Radio. Wenn man eine Fernbedienung hat, muss man noch nicht einmal aufstehen, um mich abzuschalten.

Was ja bei Ihnen und Ihren Kolleginnen nicht allzu viele Menschen tun. Mit Helene Fischer, Beatrice Egli und Ihnen gibt es gleich drei sehr erfolgreiche Frauen im Schlagerbereich. Kennen Sie da Neid auf den Erfolg der anderen?

Berg: Nein. Das ist doch einfach kein schönes Gefühl, eines, was einen blockiert. Diese Energie stecke ich doch lieber in etwas Positives. Ein ganz berühmter Philosoph hat einmal gesagt: „Das, was man anderen Menschen nicht gönnt, wird man selber auch niemals erreichen.“

Trotzdem fragen sich doch viele Menschen jeden Tag, warum ihr Nachbar das schönere Auto, die tollere Frau und den besseren Job hat.

Berg: Ich glaube, das ist alles nur auf den ersten Blick so. Jeder Mensch hat seinen Schmerz und sein Päckchen zu tragen. Man schaut ja oft nur an die Oberfläche und darunter stinkt es manchmal ganz gewaltig und man möchte gar nicht tauschen. Wenn jemand viel Geld in seinem Leben verdient hat, dann hat er sicherlich auch sehr hart gearbeitet und einiges aufgegeben.

Bei der gesamten Arbeit am Album gab es ordentlich zu managen: Als Produzenten waren neben Dieter Bohlens Mannschaft weitere Teams an Bord, die Show der neuen Tournee ab Januar wird wieder mit DJ Bobo vorbereitet. Wie wirkte sich diese Vielfalt auf das Album aus?

Berg: Dadurch, dass ich mit so vielen unterschiedlichen Menschen gearbeitet habe auf diesem Album, konnte ich mich ein bisschen austoben. Das hat sich beflügelt durch das große Team, jeder hat etwas dazu beigetragen. Das denke ich, ist es, was das Album ausmacht: Andrea Berg darf sich weiterentwickeln, bleibt sich aber treu. Das bin 100 Prozent ich, aber mit allen Facetten.

Interview: Christian Fahrenbach

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