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Andreas Kümmert.

Ein halbes Jahr nach dem Skandal

Andreas Kümmert erklärt seinen ESC-Rückzieher

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München - Er gewann das Ticket zum ESC in Wien - und sagte vor laufenden Kameras ab. Jetzt hat Andreas Kümmert erstmals den Grund für seine Entscheidung genannt, die einen Riesen-Eklat heraufbeschwor.

Zwei Millionen Menschen wollten ihn in Wien für Deutschland singen sehen, doch nach seinem Gewinn des Vorentscheids für den European Song Contest machte Andreas Kümmert einen Rückzieher. Vor laufenden Kameras verkündete er seine Entscheidung bei der Live-Show "Unser Song für Österreich" und sorgte so für einen nationalen Aufreger.

Auch wenn seine Fans eisern zu ihm hielten: Auf den Sozialen Netzwerken wurde der heute 29-Jährige übelst beschimpft. Doch Online-Mobbing war auch der Grund gewesen, warum er der Zweitplatzierten Ann Sophie sein ESC-Ticket überlies. Das verriet Kümmert jetzt in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Zu der Teilnahme am Vorentscheid in Hannover hatte er sich aus freien Stücken entschlossen. Doch kurz bevor er diesen für sich entschied, schrieb ihm einer auf Facebook: "Ich hoffe, du verreckst auf der Bühne, du fettes Schwein!"

Dieser abgrundtiefe, menschenverachtende Hass traf den Unterfranken bis ins Mark. Er sah sich plötzlich nicht mehr in der Lage, sich bei dem Wettbewerb zu verstellen: „Jeder will da Antworten auf hirnrissige Fragen, für die ich keinen Nerv hätte. Das hat mir plötzlich eine Riesenangst gemacht“, zitiert ihn die Zeitung. Er habe die Wahl spontan und ohne Rücksprache mit seinem Management abgelehnt.

Im anschließenden Shitstorm, den Kümmert über sich ergehen lassen musste, waren selbst Aufforderungen zum Selbstmord dabei - und wie der Sänger gestand, dachte er tatsächlich auch einmal daran, sein Leben zu beenden. „Ich habe geblutet“, beschreibt Kümmert seine Gefühle. Er entwickelte eine Angststörung, Depressionen - und einen Hass auf die heutige Gesellschaft. Das erkläre auch die verschiedenen Gelegenheiten, wo Kümmert selbst auf seinem Facebook-Profil ausfallend wurde.

Im Mai begab sich der Musiker schließlich in Therapie: "Ich wollte, dass das endlich aufhört", erklärt er diesen Schritt. Mittlerweile gehe es ihm besser. Im kommenden Monat werde er ein Gedichtband herausbringen, in dem er die Geschehnisse der letzten Zeit verarbeitet habe. 

hn/dpa

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