Angelina Jolie besucht Flutopfer in Pakistan

Islamabad - Die Not in Pakistan ist weiter groß, doch die Spenden reichen nicht aus. Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie will das ändern - sie besucht Flutopfer und appelliert an die Welt, den Menschen zu helfen.

Hollywood-Star Angelina Jolie wirbt mit Besuchen im Katastrophengebiet für mehr internationale Hilfe für die Millionen Opfer der Jahrhundertflut in Pakistan. Die Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kam am Dienstag in einem Auffanglager im Nordwesten des Landes mit Flutopfern zusammen. Bei dem Besuch in dem Camp rief die Oscar-Preisträgerin die Welt erneut zur Unterstützung auf. “Jeder sollte etwas unternehmen“, sagte sie. Die Vereinten Nationen forderten die pakistanische Regierung zu einem transparenten Vorgehen bei der Verteilung der Fluthilfe auf. Der Regionaldirektor des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, Ajay Chhibber, warnte zugleich vor weltweiten Folgen der Katastrophe, sollte den Opfern nicht ausreichend geholfen werden. “Wenn es größere Unruhen in Pakistan gibt, wird das größere regionale und globale Implikationen haben“, sagte er. “Die Schlacht um die Herzen und Köpfe der Menschen hier ist daher sehr wichtig.“

Trotz der Flutkatastrophe droht der instabilen Atommacht nach Einschätzung des Sonderbeauftragten der Bundesregierung kein Absturz ins Chaos. “Wir haben keine Indikationen, dass sich aufgrund der Flut oder der vorherigen Schwierigkeiten hier irgendwelche spezifischen Gefahren ergeben haben“, sagte der deutsche Sonderbeauftragte für Afghanistan und Pakistan, Botschafter Michael Steiner, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. “Aber wir haben natürlich das Phänomen des gewaltsamen Extremismus, mit dem Pakistan konfrontiert ist“, sagte Steiner. Es sei “sehr bezeichnend“, dass die islamischen Extremisten selbst in Zeiten der Katastrophe ihre Anschläge und Angriffe in dem südasiatischen Land fortsetzten, um das es ihnen vorgeblich gehe. “Entlarvender kann das ja gar nicht sein.“

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Ein UN-Sprecher in New York sagte, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon befürworte eine Geberkonferenz für Pakistan. Als Datum sei der 19. September im Gespräch. Die Vereinten Nationen hatten am Montag nachlassende Hilfe für die Betroffenen beklagt. Obwohl die Notlage fortbestehe, habe der Zustrom von Hilfsgeldern merklich abgenommen. Von den von den UN angeforderten 460 Millionen Dollar (357 Millionen Euro) Nothilfe wurden nach Angaben vom Dienstag bislang 321 Millionen Dollar gezahlt oder zugesagt. Wegen der Flutkatastrophe können in Pakistan ungefähr zwei Millionen Kinder nicht zur Schule gehen. Der Vorsitzende von Care Deutschland-Luxemburg, Heribert Scharrenbroich, sagte, die Schulen seien entweder zerstört oder würden als Notunterkünfte gebraucht. Care kündigte für die Kinder psychologische Betreuung und den Wiederaufbau von Schulen an.

Das Schuljahr hat in Pakistan in diesem Monat wieder begonnen. In den überfluteten Regionen wurde der Schulbeginn jedoch verschoben. Jolie hatte in der vergangenen Woche zu den Fluten in Pakistan gesagt: “Das ist nicht nur eine humanitäre Krise, es ist eine ökonomische und soziale Katastrophe.“ Die Schauspielerin (“Salt“) hat persönlich 100 000 US-Dollar für UNHCR in Pakistan gespendet.

dpa

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