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Jessica, Lucy und Sandy (hier bei der Echo-Verleihung).

Die Angels – als Club-Band deplaziert

München - Früher hatten die No Angels Auftritte in der Olympiahalle, heute reicht es noch für das Atomic Café. Sandy, Lucy und Jessica stemmen sich gegen den schleichenden Tod ihrer Girly-Band.

Irgendwas stimmt nicht. Es ist nicht der AC/DC-Stempel, den sie einem am Eingang auf die Hand pressen. Es ist auch nicht die Unterwäsche in Übergröße, die jemand Lucy Diakowska auf die Bühne wirft. Nein, es sind die No Angels selbst, die nicht so recht in das Club-Ambiente reinpassen wollen.

Die No Angels - Eine Karriere in Bildern

Die No Angels - Eine Karriere in Bildern

Die Engel stemmen sich gegen den schleichenden Tod, sie haben viel wegstecken müssen seit ihrem Comeback 2007. Der letzte Platz beim Eurovision Song Contest. Schlechte Kritiken, kommerzieller Misserfolg. Dann das Drama um Nadja Benaissa, die trotz HIV ungeschützten Sex mit mehreren Männern gehabt haben soll.

Früher haben die Mädels die Olympiahalle gefüllt, nun reicht es gerade noch so für das Atomic Café. Die Engel versuchen sich als „Acoustic Angels“ an einer Club-Tour. Der Abend soll innig sein, intim – doch das Vibrato Sandy Möllings wirkt in einem Garagen-Rock-Club deplatziert. Deplatziert sind auch diese furchtbaren Posen, diese antrainierte Masche aller zusammengecasteten TV-Bands. Sandy präsentiert den alternden Herrschaften im Publikum ihren Hintern – mehrmals. Lucy klopft sich bei jeder Ballade mit der Hand aufs Herz.

Die No Angels bieten leider nicht mehr als einen berechenbaren musikalischen Lebenslauf. Sie starten mit ihrer allerersten Single Daylight, arbeiten sich über Rivers of Joy und All Cried Out zu neuem Zeug wie Goodbye to Yesterday vor, legen dann aber viel Wert auf neue Stücke – gut so. Das alles klingt mal nach Gospel, mal nach Funk, mal nach Latino-Pop. Die drei Engel – Nadja hat die Tour krankheitsbedingt abgesagt – treffen nicht jeden Ton. Aber das ist schon okay so. Das Problem ist nicht die Musik, sondern die traurige Geschichte dieser „Popstars“, die kämpfen können, aber nie mehr siegen werden.

Thierry Backes

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