"Auch ich war Gauner"

- Hamburg - Eduard Zimmermann wurde bekannt als Gangsterjäger. Mehr als 30 Jahre lang moderierte er im ZDF "Aktenzeichen XY ungelöst". Nun gestand der 76-Jährige in seiner Biografie, dass er in den ersten zehn Jahren nach dem Krieg selber kriminell war.

Fast fünf Jahre verbrachte Zimmermann im Gefängnis, von Hamburg, über Flensburg bis Bautzen. "Auch ich war Gauner" erscheint am 1. Oktober im Münchner riva Verlag.

In der "Bild"-Zeitung bereut der Journalist seine Vergangenheit nicht: "Ich bin sozusagen der Beweis dafür, dass man von der schiefen Bahn wieder runterkommt, wenn man will." In den Wirren der ersten Nachkriegsjahre ("in diesen Hungerjahren") schlug sich Zimmermann in Hamburg durch: Er verhalf Brotmarken zum zweiten Einsatz, handelte auf dem Schwarzmarkt, landete im Zuchthaus von Hamburg-Fuhlsbüttel. 1946 - im Alter von 17 Jahren - schiffte er sich als blinder Passagier nach Schweden ein, wurde mehrfach ausgewiesen und schaffte es schließlich doch, ins "Reich der Schweden" zurückzukehren. Mit gefälschten Dokumenten - Zimmermann nannte sich Hermann Peters - arbeitete er dort im Straßenbau und Zeitungsreporter.

Als er für eine Reportage nach Ostdeutschland reiste, wurde er dort vom sowjetischen Geheimdienst festgenommen und beschuldigt, für eine westlich-kapitalistische Zeitung spioniert zu haben. Das Urteil: 25 Jahre Straflager in Bautzen. Zimmermann blieb Optimist: "Die 25 Jahre sind zu unwirklich, um ernst genommen zu werden." Doch im Gefängnis erfuhr er Hunger, Unterdrückung, Gewalt. Freigelassen wurde er im Januar 1954 als "Morgengabe" zur Viermächtekonferenz in Berlin. Seitdem feiert Zimmermann den 17. Januar wie einen zweiten Geburtstag.

Bei seiner Rückkehr in den Westen fand er schnell den Wiedereinstieg in die Journalistenlaufbahn. Über einige Umwege kam er zum NDR, 1962 erhielt er seinen ersten Zweijahres-Vertrag beim ZDF in Mainz. 1967 kam dann erstmals seine Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" auf den Bildschirm.

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