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Cro empfängt den Bambi in der Kategorie "Pop national" von Moderator Joko.

64. Bambi-Gala

Masken, Traumfrauen und viele ernste Momente

Düsseldorf - Sie sollen selbstlos geholfen, perfekt unterhalten - oder einfach nur die Herzen bewegt haben: Promis, aber auch weniger Bekannte haben den Bambi bekommen. Es gab mehrere ernste Momente.

Foto aufgetaucht: So sieht Bambi-Gewinner Cro ohne Maske aus

Es gab viel Glitzer und Glamour, aber es ging auch um Themen wie Gewalt und Integration: Ebenso wie Schauspieler und Musiker standen beim diesjährigen Medienpreis Bambi zwei Gewaltopfer aus Berlin im Mittelpunkt. In der Kategorie „Integration“ ausgezeichnet wurde der Rabbiner Daniel Alter, der Ende August überfallen worden war. Auch die Schwester des Berliner Prügelopfers Jonny K. bekam am Donnerstagabend in Düsseldorf ein goldenes Rehkitz. Der 20-Jährige war Opfer einer tödlichen Attacke auf dem Berliner Alexanderplatz geworden.

Nicht weniger bewegte der Auftritt einer 83 Jahre alten Lepra-Ärztin. Die deutsche Nonne Ruth Pfau erhielt die Trophäe in der Kategorie „Stille Helden“. Sie gilt als „Mutter Theresa der Lepra-Kranken“ in Pakistan. Und tatsächlich wurde es bei den rund tausend festlich gekleideten Gästen im Düsseldorfer Congress Center ganz leise, als Ruth Pfau auf die Bühne trat und sagte, dass sie eigentlich zu einer ganz anderen Welt gehöre.

Diesmal sollte die Bambi-Gala deutlich harmonischer über die Bühne gehen als im vergangenen Jahr. In Wiesbaden hatte sich an der Vergabe des Integrations-Bambis an Skandal-Rapper Bushido ein heftiger Streit entzündet. Ihm war Frauen- und Schwulenfeindlichkeit vorgeworfen worden.

„Weltraumspringer“ Felix Baumgartner stand schon vor Beginn der in der ARD gezeigten Live-Sendung als Preisträger fest. Ihm wurde eine Trophäe in der Kategorie „Millennium“ zuerkannt. Draußen vor der Halle hatten Anhänger der britischen Boyband One Direction seit Stunden ihren Idolen entgegengefiebert. Die fünf jungen Bandmitglieder wurden in der Sparte „Pop International“ mit Deutschlands ältestem Medienpreis ausgezeichnet.

Das „Entertainment“-Bambi ging an Sängerin Céline Dion, die den Abend eröffnete. Als beste Schauspielerin national wurde Alina Levshin ausgezeichnet. Im Neonazi-Drama „Kriegerin“ spielte Levshin, die 1984 in der Ukraine zur Welt kam und in Berlin aufwuchs, ihre erste Kino-Hauptrolle. Bei den männlichen Schauspielern gewann Ulrich Tukur. Er war zuletzt in der Rolle des den legendären Generalfeldmarschalls Erwin Rommel zu sehen.

Der „Talent“-Bambi ging an die siebenjährige Mercan-Fatima Türkoglu, die an der Seite von Elmar Wepper im Spielfilm „Dreiviertelmond“ zu sehen war. Nachdem sie die 2,5 Kilogramm schwere Trophäe bekommen hatte, bedankte sie sich brav - bei ihrer Mama, ihrer Schule und besonders auch bei einer Lehrerin. In der Kategorie „Film national“ konnte sich „Türkisch für Anfänger“ beim Publikum durchsetzen.

Bambi-Gala 2012: Pailletten-Schaulaufen und Traumfrauen

Bambi-Gala: Pailletten-Schaulaufen und Traumfrauen

Für die 64. Bambi-Preisverleihung und die Gäste war ein 240 Meter langer roter Teppich ausgerollt worden. Erst am Nachmittag hatte die Jury getagt, um über die in mehreren Kategorien noch offene Preisvergabe zu entscheiden.

Der Bambi ist der älteste und einer der wichtigsten deutschen Medienpreise und wird von Hubert Burda Media vergeben. Im vorigen Jahr hatten sechs Millionen Zuschauer die Gala an den Bildschirmen verfolgt.

dpa

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