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Der Schauspieler Armin Mueller-Stahl (li.) erhielt bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises aus der Hand von Ministerpräsident Horst Seehofer den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Hauptpreis geht an Edgar Reitz

Großes Star-Aufgebot zum Bayerischen Filmpreis

München - Großes Star-Aufgebot auf dem roten Teppich, glückliche Preisträger auf der Bühne: Bei der Vergabe des Bayerischen Filmpreises feierte am Freitagabend in München die Filmbranche ihre Besten.

Der Filmemacher Edgar Reitz und sein Sohn Christian sind für das Kinoepos „Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht“ mit dem Bayerischen Filmpreis gehrt worden.

Sein epochales Werk könne mit seinen beeindruckenden Bildern die größte Kinoleinwand füllen und halte die Zuschauer über vier Stunden lang in Spannung und Atemlosigkeit, begründete die Jury am Freitagabend die Vergabe des mit 200 000 Euro dotierten Produzentenpreises. Der 81-Jährige Edgar Reitz und sein Co-Autor Gert Heidenreich erhielten zudem den Preis für das beste Drehbuch.

Der Regiepreis ging an Andreas Prochaska für das historische Alpendrama „Das finstere Tal“, das im Februar ins Kino kommen soll. Darin taucht ein Fremder in einem einsamen Bergdorf auf. Kurz darauf beginnt eine Todesserie. Prochaska fächere die Verstrickungen in dem Dorf gnadenlos auf und schaffe einen Sog, der den Atem stocke lasse, urteilten die Preisrichter, darunter die Regisseurinnen Sherry Hormann und Maggie Peren.

Auszeichnung für Moretti und Hobmeier

In der Kategorie Schauspiel siegten Tobias Moretti und Brigitte Hobmeier. Moretti überzeugte als geheimnisvoller Fremder in der deutsch-österreichischen Produktion „Das finstere Tal“ und als Vater in dem Familiendrama „Hirngespinster“. „Er ist ein gefragter Charakterdarsteller, ein eigenwilliger Star, der immer leidenschaftlich auf der Bühne und vor der Kamera sein höchst differenziertes Spiel zum Besten gibt“, lobten die Juroren. Hobmeier wurde für „Ende der Schonzeit“ ausgezeichnet, in dem sie als Bäuerin einen Juden vor den Nazis versteckt. Hobmeier spanne mit perfektem Minimalismus einen großen Gefühlsbogen. „Intensiver, ohne jede Vordergründigkeit, kann man nicht spielen“, erklärte die Jury.

Der Preis für die beste Bildgestaltung ging an Dominik Grafs Werk „Geliebte Schwestern“ über die Liebesgeschichte zwischen dem Dichter Friedrich Schiller und zwei Mädchen. Kameramann Michael Wiesweg interessiere sich nicht für Effekte oder Manierismen, er sei zeitlos und im klassischen Sinne ein Erzähler in Bildern, so die Juroren.

Ehrenpreis für Armin Mueller-Stahl

Eine besondere Auszeichnung gab es für den Schauspieler Armin Mueller-Stahl. Der 83-Jährige („Shine“) wurde mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk gewürdigt. „Armin Mueller-Stahl ist eine einzigartige Künstlerpersönlichkeit, ein Alleskönner, der in keine Schublade passt. Kreativität ist, was sein Leben ausmacht“, hieß es in der Begründung. Der Ausnahmeschauspieler feierte Erfolge auf der Bühne ebenso wie vor der Kamera. Zudem malt er Bilder und schreibt Bücher.

Insgesamt wurden 13 Auszeichnungen vergeben, darunter der Publikumspreis an den Überraschungserfolg „Fack ju Göhte“. Die bayerische Staatsregierung verleiht den Filmpreis seit 1979 auf Vorschlag einer unabhängigen Jury. Er ist mit Preisgeldern von insgesamt 310 000 Euro dotiert.

dpa

Bayerischer Filmpreis: So feierten die Stars

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