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Gruppenbild mit Damen: Die Stars des Bayerischen Kabarettpreises posieren mit ihren Preisen.

Auch Ottfried Fischer geehrt

Kabarettpreis: Titel nach Schalke, Breitseite gegen BR

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München - Beim Bayerischen Kabarettpreis avanciert ein Gelsenkirchener zum großen Gewinner. Auch Ottfried Fischer darf sich freuen. Der BR kommt dagegen nicht wirklich gut weg.

Aha! Das waren die ersten Takte zur Show. Genauer: Take On Me von a-ha!, den norwegischen 80er-Jahre-Lieblingen, frisch und bayerisch-peppig dargeboten von der Band des Abends namens The Heimatdamisch. Aha-Effekte gab es im Folgenden eher weniger bei der Verleihung der Bayerischen Kabarettpreise im Lustspielhaus (Moderation: Michael Altinger), erstmals live übertragen im Bayerischen Fernsehen.

Alles im Rahmen, die Programmmacher mussten keine Angst haben, dass der ein oder andere Kabarettist über die Stränge schlägt und allzu heftig Kritik an den Oberen der CSU oder des Senders übte. Bis dann … ja, bis Georg Schramm kam. Doch das lesen Sie weiter unten im Text, wo's um den Ehrenpreisträger und Ottfried Fischer geht, um die emotionalsten Momente.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgten Hauptpreisträger HG. Butzko, Gelsenkirchner und Schalke-Fan, der auch mal in München lebte. In seiner Dankesrede stellte der Ruhrpottler süffisant fest: "Noch ist die Willkommenskultur in Bayern intakt, wenn ich den Bayerischen Kabarettpreis erhalte." Um wenig später hinterherzuschieben in Sachen Religion: "Wenn Gott will, dass der Mensch keine Fehler macht - wieso gibt's so viele Radiergummis?"

Schramm, der Ruheständler mit rastlosem Geist, spricht das Schlusswort. An Butzko gewandt: "Ich kann gehen, wenn Sie so bleiben." 

Otti ist guten Mutes und Schramm schimpft

Es mag nicht alles Gold gewesen sein, was (in den Augen der Geehrten / der Laudatoren) glänzte. Aber zu Beginn, noch vor der eigentlichen Show, und am Ende ging es tatsächlich hoch emotional zu bei der Live-Übertragung des Bayerischen Kabarettpreises im Bayerischen Fernsehen.

Schramm (l.) und Fischer.

Zunächst Ottfried Fischer, den viele, die ihn in den vergangenen Jahren nicht live zu Gesicht bekommen haben, wohl zunächst mit Bedauern betrachtet haben: Das einstige Brackl von einem Mannsbild kam auf Krücken, jeder Schritt schien eine Qual. Doch mag das Fleisch auch schwach sein, der Geist ist willig. Der tz sagt Fischer am Tag nach dem Event frisch und munter am Telefon: "Das Laufen mit Krücken sieht nicht schön aus, aber es entlastet mein kaputtes Bein. So ist es ganz einfach angenehmer, zu gehen." Eine "Alterserscheinung", die aber kein Dauerzustand sein soll. Der 62-Jährige: "Ich bin mir sicher, dass die Krücke nicht von Dauer sein wird. Ich mache Physiotherapie und bin regelmäßig im Fitnessstudio, das wird wieder."

Ein Sätzchen zum Kollegen Georg Schramm? "Auch wenn er aufhört, ist er einer von uns und wird das auch immer bleiben." Schramm selbst nutzte die Gunst der Live-Stunde, um Kritik an Sigmund Gottlieb zu üben, dem Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens. Anlass: dessen von vielen als wachsweich kritisiertes Erdogan-Interview. Schramm: Da erhielt die ARD ein Exklusivinterview mit Türkeis Staatschef - "und hat den Mut, den BR hinzuschicken". Das sei valentinesker bayerischer Humor. Gottlieb habe den "Stichwortkastraten beim Sultan" gegeben. „Diese Rolle musste er nicht üben“, stichelt der Kabarettist. Und: "Böse Zungen behaupten, der BR habe bis heute nicht bemerkt, dass sie einen Komiker zum Chef­redakteur gemacht haben."

Daraufhin meldete sich der BR: Sigmund Gottlieb reagiere "sehr gelassen" und nähme es mit Humor: "Über Niveau lässt sich nicht streiten."

Die Preisträger und Stars in der Übersicht

Simon (Eickhoff): Jahrgang 1980, Oldenburger, Liedermacher, Musikpreisträger zusammen mit …

Jan (Traphan): … Jan Traphan, Jahrgang 1981, Oldenburger, im Duo Simon & Jan seit 2006 tätig.

Sebastian Pufpaff: Kabarettist, Entertainer, Moderator. Wird Freitag 40. Rede für Simon & Jan.

Luise Kinseher: Die "Mama Bavaria" hielt eine rührende Laudatio auf Con­stanze Lindner.

Michael Altinger: Der 45-jährige Landshuter Kabarettist und Autor führte durch den Abend.

Jochen Malmsheimer: Bekannt geworden in der Anstalt, einer der beiden Laudatoren auf Schramm.

Helmut Schleich: Am Montag mal nicht als FJS unterwegs. Er hielt die Laudatio auf "den Butzko".

HG. Butzko: Der Gelsenkirchner (geb. 1965) ist oft in München zu Gast. Hauptpreisträger.

Constanze Lindner: Die Senkrechtstarterin des Jahres. In ihrer Dankesrede drehte sie gscheid auf.

Georg Schramm: Ehrenpreis fürs Lebenswerk. Unerreicht, gnadenlos, geistreich, großartig.

Sven Kemmler: Zweiter Schramm-Laudator. Hatte grad Solo-Premiere in der Lach & Schieß.

Matthias Bieber

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