Becker bestreitet Absprachen im Steuerverfahren

- Hamburg - Der frühere Tennisstar Boris Becker ist Vermutungen entgegengetreten, es habe in seinem Steuerhinterziehungs-Prozess Absprachen zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft gegeben. Becker räumte in der ARD-Sendung "Beckmann spezial" lediglich ein, dass es vor dem Urteilsspruch Treffen von Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht gegeben habe.

<P>"Was die besprochen haben, weiß ich nicht", sagte der 34-Jährige. Becker war vor dem Landgericht München I wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss der Leimener Geldzahlungen von insgesamt 500 000 Euro leisten.</P><P>Becker bezifferte die ursprünglichen Forderungen des Finanzamtes an ihn auf 20 bis 30 Millionen Mark. Harsche Kritik übte er an dem Vorgehen der Steuerfahnder und der Berichterstattung über seinen Fall in den Medien. "Ich verteidige mein Land im Ausland und hier wird mir zwischen die Beine gehauen", sagte er. Und weiter: "Die Vorverurteilung, die in diesem Land passiert ist, meiner Person, das war unter aller Sau." Geldsorgen wegen seiner Scheidung, den Unterhaltszahlungen für seine uneheliche Tochter und Steuerrückzahlungen gebe es nicht. "Ich habe ein paar Mark weniger, aber mir geht es immer noch gut", sagte Becker.</P><P>Für ihn beginne jetzt ein neues Leben, betonte der nun vorbestrafte dreimalige Wimbledonsieger in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. "Allein schon, weil ich wirklich frei bin. Endlich wache ich am Morgen auf und muss nie mehr diese Angst spüren."</P><P>"Ich bin sehr erleichtert, dass die Strafe auf Bewährung ausgesetzt ist", sagte Becker. "Es wäre für mich gar nicht auszumalen gewesen, hätte ich ins Gefängnis gemusst. Ich bin überglücklich." Es sei "generell hart" gewesen. "Du sitzt vor Gericht und es entscheiden da irgendwelche Personen über dein Leben, über deine Zukunft, ob du in Freiheit weiterleben kannst. Und da merkt man, dass man doch nur irgendwo ein ganz kleines Licht ist." Rückblickend meinte er auch: "Wäre ich nicht so berühmt und reich geworden, hätte sich das Finanzamt kaum so für mich interessiert."</P><P>Becker muss neben der Geldstrafe von 300 000 Euro auch eine Geldbuße von 200 000 Euro als Bewährungsauflage zahlen, die mehreren karitativen Einrichtungen zu Gute kommt. Der Ex-Tennisstar akzeptierte das Urteil noch im Gerichtssaal und erklärte, er werde dagegen keine Rechtsmittel einlegen.</P>

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