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"Bergdoktor" Gehart Lippert hat sich bei einem Sturz von einer Leiter schwer verletzt und liegt auf der Intensivstation.

Bergdoktor fällt von Leiter - Intensivstation!

München - In der Kult-Fernsehserie Der Bergdoktor (Sat. 1) rettete er in den 1990er-Jahren vielen Menschen das Leben. Jetzt erschüttert ein echtes Unfalldrama Familie, Freunde und Fans des beliebten Volksschauspielers Gerhart Lippert.

Der 74-Jährige stürzte in seinem Haus in Niederndorf bei Kufstein schwer. Rettungskräfte brachten ihn mit dem Helikopter in die Innsbrucker Klinik. Schwere Kopfverletzungen, Intensivstation, aber zumindest keine Lebensgefahr!

Das Drama um Gerhart Lippert, einen der bekanntesten bayerischen Volksschauspieler: Am Dienstag wollte er in seinem schmucken Haus am Fuß des Kaisergebirges ein Bild im Bereich der Kellertreppe aufhängen. Es ist unklar, ob er dabei auf einer Leiter oder einem Stuhl stand – oder einfach auf den Stufen das Gleichgewicht verlor. Jedenfalls schlug er offenbar so unglücklich mit dem Kopf auf, dass er jetzt auf der Neurochirurgischen Intensivstation versorgt wird. „Wir können keine genaueren Angaben machen. Aber sein Zustand ist stabil und es besteht keine Lebensgefahr“, erklärte Klinik-Sprecher Johannes Schwamberger.

„Bei uns steht das Telefon nicht mehr still. Wir bitten um Verständnis, dass wir jetzt Ruhe brauchen“, sagte Lipperts Tochter Katharina gegenüber der tz. Ihre Mutter Maria Neuhaus, Lipperts dritte Frau, wachte derweil am Krankenbett an der Seite ihres Mannes.

Geschockt reagierte auch Tierschützer Michael Aufhauser auf die schreckliche Nachricht. Der Chef von Gut Aiderbichl zur tz: „Ich bin gerade in Los Angeles und habe davon noch nicht gehört. Das ist ja furchtbar!“ Aufhauser und Lippert verbindet eine jahrzehntelange Freudschaft. Die beiden standen 1982 sogar einmal gemeinsam auf der Bühne: in der Komödie im Bayerischen Hof im Stück „Lady Windermeres Fächer“.

Lippert engagiert sich auch sehr für Aufhausers Tierprojekte. Ferner unterstützt er in Tirol wohltätige Initiativen für krebskranke Kinder.

Lippert ist für sein großes Herz bekannt, hat immer ein offenes Ohr, wenn es um Hilfsprojekte geht. Hoffentlich können ihm jetzt auch die Ärzte helfen.

Auf der Bühne oder als TV-Arzt: Er ist ein echter Volksschauspieler

Mit dem Geburtsort Riedering war Gerhart Lipperts Werdegang quasi vorgezeichnet. Aus der Gemeinde am Simssee stammen auffällig viele Schauspieler, unter anderen Maximilian Brückner. Das Chiemgauer Volkstheater ist dort beheimatet. Und auch Lipperts Eltern lebten in dem kreativen Winkel als Künstler: der Vater Maler, die Mutter Pianistin.

Die Schauspielerei lernte Lippert an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule. Anschließend stand er auf den berühmtesten Bühnen in Wien, Salzburg, Düsseldorf oder München. Das Etikett „Volksschauspieler“ bekam er in den 60er-Jahren als Mitglied des Komödienstadl-Ensembles und durch die TV-Reihe Alarm in den Bergen. Es folgten ’zig Rollen in Film und Fernsehen, unter anderem in der ZDF-Serie Semesterferien (1972) und im Fernsehspiel Sachrang (1978).

Vor allem aber ist Lippert für viele Zuschauer immer noch Der Bergdoktor schlechthin. Zwischen 1993 und 1997 spielte er auf Sat.1 60 Folgen lang den Dr. Thomas Burgner. Seither war Lippert vor allem im gefälligen Genre zu sehen, bei zahlreichen Auftritten in Sendungen wie Das Traumschiff, Die Schwarzwaldklinik und – zuletzt – 2008 in Der Landarzt.

Seine Vielseitigkeit lebte Lippert als Regisseur fürs Bayerische Fernsehen und fürs Theater aus, seine Leidenschaft für die Musik mit Adventstourneen, bei denen er die Auftritte der Volksmusiker mit Geschichten umrahmt.

Das sind die häufigsten Unfälle im Haushalt:

Es sind oft ganz alltägliche Tätigkeiten, bei denen man plötzlich verunglückt. – das musste Gerhard Lippert jetzt am eigenen Leib erfahren. Etwa alle sechs Sekunden ereignet sich laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Deutschland zu Hause und in der Freizeit ein oft folgenschwerer Unfall.

Sowohl die Unfallambulanzen als auch die Versicherung erfassen diese Unglücke statistisch nicht genauer, die Bundesanstalt hat jedoch in seiner aktuellsten Umfrage interessante Daten erhoben: Demnach passieren 2,73 Millionen Unfälle pro Jahr allein im häuslichen Bereich.

23,6 Prozent und damit die meisten ereignen sich der Umfrage zufolge bei einem Sturz aus der Höhe, 20,3 Prozent beim Fallen auf der gleichen Ebene. Mit 20,9 Prozent folgt das Verletzen mit einem spitzen oder scharfen Gegenstand, 17,5 Prozent machen das Zusammenstoßen mit Gegenständen oder Personen aus. Die Ursachen sind in den meisten Fällen Eile oder Unaufmerksamkeit.

Die Folgen: eine offene Wunde (30,7 Prozent), Knochenbruch (21,6), Prellung (20,3), Verstauchung und Zerrung (11,2), Sehnen- und Muskelverletzungen (8,3), Aus- oder Verrenkungen (5,6) und Verbrennung sowie Verbrühungen mit 4,1 Prozent. Fast die Hälfte (44 Prozent) der verunglückten Personen musste danach sogar ins Krankenhaus, durchschnittlich waren die Unfallopfer 23 Tage beeinträchtigt.

Die traurige Statistik: Jedes Jahr sterben sogar mehr Menschen bei Unfällen im Haushalt als auf der Straße. „Mit Abstand die häufigsten tödlichen Unfälle sind mit 80 Prozent die Stürze“, sagt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion Das Sichere Haus e. V., der tz. „Der Großteil ereignet sich bei Senioren, darunter fallen aber auch zum Beispiel Babys, die vom Wickeltisch stürzen.“

Die zweithäufigste Ursache im Jahr 2010 sei das mechanische Ersticken gewesen, zum Beispiel durch das Verschlucken von Essen oder Gegenständen. Es folgten Verbrennungen, Vergiftungen und Tod durch Ertrinken. Bei den Stürzen sind weitaus mehr Frauen als Männer betroffen (3235 zu 2395 Fälle), in allen anderen Kategorien überwiegen die männlichen Opfer. 6029 von insgesamt 7030 Opfern waren über 65 Jahre alt.

S. Dorner, U. Schmidt, nba

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