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Schlaflos im Schlamm: das Southside-Festival begeisterte 50 000 Fans.

50 000 Besucher feiern "Southside" Festival

Neuhausen ob Eck -­ Es war ein Kampf gegen den Matsch und ein Genuss für die Ohren: 50 000 Musik-Fans haben beim “Southside“ Festival in Neuhausen ob Eck in Baden-Württemberg drei Tage gefeiert und gerockt.

Wer keine Gummistiefel eingepackt hatte, war angesichts der Schlammwüsten auf dem gesamten Gelände verloren. Auch wenn sich das Wetter bei der elften Auflage nicht als Festival-Freund zeigte, so waren die Besucher von den rund 70 Bands und Solokünstlern dennoch begeistert.

Schon unter “normalen“ Bedingungen bedeutet ein Festival Ausnahmezustand: schlafen im stickigen Zelt, ausgelaufene Klos, drei Tage Dauer-Party und Ravioli aus der Dose. Doch das “Southside“ in diesem Jahr war eine besondere Herausforderung. Innerhalb von wenigen Stunden hatten sich die Wiesen auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens in Matsch und Dreck-Landschaften verwandelt. Die Landwirte waren im Dauereinsatz, um mit ihren Traktoren eingesunkene Autos aus dem “Schlam(m)assel“ zu ziehen. Die Open-Air-Fans gaben sich alle Mühe, den Verhältnissen zu trotzen. Die meisten resignierten und gaben sich der hemmungslosen Schlammschlacht vor den Bühnen hin.

Neben der kanadischen Indie-Rock-Formation The Strokes, die am Freitagabend den ersten Höhepunkt bildete, gaben vor allem die Hochkaräter aus dem Elektro-Bereich den Ton an. Energiegeladen ging es los mit den beiden britischen Trip-Hop-Gruppen Faithless und Massive Attack. Maxi Jazz, der Sänger von Faithless, verkündete mit einem gleichnamigen Lied das Motto des Wochenendes: “I Can't Get No Sleep“ (“Ich kann nicht schlafen“).

Am Samstagabend wurde der Spagat zwischen den Genres am deutlichsten. Während auf der einen Bühne The Prodigy, die Ur-Väter des Elektro-Punk, und die Hamburger Krawallmacher von Deichkind, auftraten, rockten nebenan die Berliner Beatsteaks. Zwar hatten sie keine neuen Lieder im Gepäck, doch sie überraschten mit einer abwechslungsreichen Show. Sänger Armin Teutoburg-Weiß präsentierte eine Hip-Hop-Version von “Sharp, Cool & Collected“ und eine eigene Interpretation des Reggae-Hits “Red Red Wine“ aus den 60er Jahren.

Am Sonntag sollten die Indie-Rock- und Punk-Größen von Skunk Anansie, Element of Crime, Mando Diao und Billy Talent noch nachlegen. Gemeinsam mit dem Briten Charlie Winston, der mit seinem Radio-Hit “Like a Hobo“ in Deutschland bekannt wurde, bildeten sie den Abschluss des Konzert-Marathons.

Zusammen mit dem Schwesterfestival “Hurricane“ im norddeutschen Scheeßel, zu dem rund 70 000 Besucher kamen, zählt das “Southside“ zu den größten deutschen Open-Air-Festivals. Viele Gruppen waren von Niedersachsen gleich in den Süden Deutschlands weitergereist.

dpa

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