Bewährungsstrafe für Thomczyk

- Bochum - Wegen sexueller Nötigung ist Schauspieler Willi Thomczyk (RTL, "Die Camper") am Dienstag zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 51-Jährige hatte zugegeben, zwei Schauspielschülerinnen im Alter von 19 und 23 Jahren sexuell bedrängt und genötigt zu haben. Der Sender RTL kündigte nach dem Urteil die Zusammenarbeit mit Thomczyk auf.

Als Bewährungsauflage verhängten die Richter am Bochumer Landgericht eine Geldbuße von 10 000 Euro. Die eine Hälfte des Geldes muss der Schauspieler als Schmerzensgeld an sein heute 23jähriges Hauptopfer zahlen. Die zweiten 5000 Euro gehen an ein Kinderheim in Thomczyks Heimatstadt Herne.

Der Schauspieler hatte vor einer Woche ein Geständnis abgelegt und noch vor dem Urteil angekündigt, umgehend eine Sexualtherapie zu beginnen. Außerdem will er sich in seinem freien "Theater Kohlenpott" aus der Jugendarbeit zurückziehen. Nach dem Urteil zeigte er sich erleichtert. "Das war wie ein Bungee-Sprung mit einem dünnen Seil", sagte er auf dem Gerichtsflur.

Natürlich sei die Bestrafung bitter, aber sein Ruf sei ohnehin ruiniert gewesen. Er werde das aber schon packen. Seine Ankündigung, einen Psychologen aufzusuchen, wolle er auf jeden Fall wahr machen. "Das ist keine Schande", sagte Thomczyk.

Richter Johannes Kirfel hatte dem 51-Jährigen zuvor deutlich ins Gewissen geredet. "Herr Thomczyk, lassen sie junge Frauen in Ruhe, die auf diesem Gebiet gar nichts von ihnen wollen", sagte der Vorsitzende der 3. Strafkammer im Rahmen der Urteilsbegründung.

Vor allem bei der Begegnung mit der 23-jährigen Hauptzeugin der Anklage habe sich Thomczyk über den Willen der jungen Frau hinweggesetzt. Er habe sie an den Handgelenken festgehalten und sei ihr dann mit seiner Hand unter die Kleidung gegangen. Und das, obwohl er gesehen habe, dass die Schauspielschülerin den Kopf wegdreht und mehrfach "Nein" gesagt habe. In einem anderen Fall hat der Angeklagte den Kopf einer damals 16-jährigen Schülerin in Richtung seines Schoßes gedrückt.

Die Richter bestraften den Schauspieler wegen sexueller Nötigung in einem minder schweren Fall und einfacher Nötigung. Das Strafmaß von acht Monaten bezeichneten sie selbst als "sehr milde". Die Vorwürfe der Vergewaltigung, der versuchten Vergewaltigung sowie des Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen wurden nicht aufrechterhalten.

Thomczyks Haussender RTL kündigte nach der Urteilsverkündung an, dass man sich von dem Ruhrgebietsschauspieler trennen wolle. Was aus den bereits gedrehten Sendungen für die "Camper" wird, ist ungewiss. Thomczyk war noch im Gericht davon ausgegangen, dass einer Ausstrahlung nichts im Wege stünde. Ob es "Die Camper" später auch ohne Thomczyk geben werde, sei noch nicht geklärt, hieß es.

Das Urteil der 3. Strafkammer entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft und ist rechtskräftig. Die Verteidigung hatte einen Freispruch angeregt.

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