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Beyoncé und Jay-Z (mit Zigarre in der Hand) schlendern gemeinsam durch Kuba

Diplomatische Krise bahnt sich an

Beyoncé und Jay-Z: Ärger wegen Kuba-Reise

Kuba - Beyoncé und Jay-Z haben mit ihrem Kurztrip nach Kuba offenbar eine diplomatische Krise ausgelöst. Denn eigentlich ist es Amerikanern untersagt, nur zum Vergnügen nach Kuba zu Reisen.

Sie bummelten durch die Altstadt von Havanna, speisten im legendären Restaurant La Guardia, die Fans und Bodyguards immer auf den Fersen. Beyoncé posierte für Fotos mit Schulkindern, Jay-Z stand daneben und paffte eine kubanische Zigarre. Um seinen fünften Hochzeitstag zu feiern, war das R&B-Paar vergangene Woche nach Kuba geflogen - doch nun gibt es deswegen Ärger. Denn US-Bürger dürfen laut Gesetz nicht ohne weiteres als Touristen in das sozialistische Kuba reisen, nötig ist ein triftiger Grund.

Dass es diesen gab, bezweifeln nun kubanisch-amerikanische Politiker. Die beiden Abgeordneten Ileana Ros-Lehtinen und Mario Diaz-Balart aus Florida stellten nun eine entsprechende Anfrage an das US-Finanzministerium - nicht ohne darauf hinzuweisen, dass sie selbst Teil einer Bevölkerungsgruppe seien, die „schwer und persönlich von den Grausamkeiten des Castro-Regimes geschädigt“ wurde.

Beyoncé und Jay-Z hätten Genehmigung einholen müssen

Weiter schrieben die beiden Republikaner: „Die Beschränkungen für touristische Reisen sind eine allgemein anerkannte Maßnahme, um zu verhindern, dass US-Dollar ein mörderisches System unterstützen, das sich regelmäßig gegen amerikanische Sicherheitsinteressen stellt und skrupellos Grundrechte wie die freie Meinungsäußerung sowie die Versammlungs- und Religionsfreiheit unterdrückt.“

Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, er könne sich nicht zu einzelnen Reisegenehmigungen äußern. Man arbeite an einer Antwort auf den Brief von Ros-Lehtinen und Diaz-Balart. Beyoncé und Jay-Z selbst wollten keine Stellungnahme abgeben. Die staatliche kubanische Internetseite CubaSi sprach von einer touristischen Reise.

Genau das könnte aber das Problem sein. Denn US-Bürger dürfen nicht aus rein touristischen Gründen nach Kuba reisen. Sie müssen eine Genehmigung einholen und mit einem lizenzierten Veranstalter reisen. Die Genehmigungen gibt es in der Regel nur für Reisen, die dem akademischen, religiösen, journalistischen oder kulturellen Austausch dienen.

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Diese sogenannten Von-Mensch-zu-Mensch-Genehmigungen wurden unter der Obama-Regierung eingeführt und sollen den zivilen Kontakt zwischen US-Bürgern und Kubanern erleichtern.

Im vergangenen Jahr wurden die Anforderungen für diese Lizenzen verschärft. Der kubanisch-amerikanische Senator Marco Rubio, wie Ros-Lehtinen und Diaz-Balarat ein Republikaner, hatte kritisiert, dass die Programme häufig nur ein Deckmantel für Tourismus seien. So seien Reisen für Salsa-Tanzgruppen genehmigt worden, ebenso wie Besuche beim kubanischen Kultusministerium.

Die Abteilung zur Kontrolle von Auslandsvermögen im US-Finanzministerium fordert deswegen seit vergangenem Mai von den Reiseveranstaltern detaillierte Informationen zu allen Aspekten der Reise.

Ironische Anspielung auf den Jay-Z-Hit "99 Problems" via Twitter

Auch Rubio stößt die Reise das Musiker-Paars offenbar sauer auf. Am Montag meldete er sich per Twitter zu Wort und empfahl Jay-Z, er solle doch den kubanischen Rapper und Dissidenten Angel Yunier Remon besuchen, wenn er etwas über das wahre Leben in Kuba erfahren wolle. Remon sitzt zusammen mit Familienangehörigen wegen regierungskritischer Aktivitäten seit Ende März in Haft. Seinen Tweet schloss Rubio mit Hashtag „99problems&dictatorsareone“ („99 Probleme und Diktatoren sind eines davon“) - einer ironischen Anspielung auf den Jay-Z-Hit „99 Problems“.

Doch nicht alle Exilkubaner verurteilen die Reise. Arturo Lopez-Levy, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität von Denver, findet etwa, dass die Reise und der Wirbel darum ein Anlass sein sollten, „um die Kuba-Politik der USA einer grundlegend neuen Prüfung zu unterziehen - mit der Offenheit eines Heranwachsenden“.

AP

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