Bibbern für Bohlen:

- Leipzig - Die Hände zittern vor Aufregung, die Knie sind weich - und was noch viel schlimmer ist: Bei den hohen Tönen klingt die Stimme nicht besonders fest. Aber da ist Franziska beim ersten Casting für die im Herbst beginnende zweite Staffel der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" nicht allein. Die Nervosität ist den meisten Teilnehmern am Dienstag in Leipzig anzumerken.

<P>Dabei geht es in der ersten Runde noch nicht einmal um ein Vorsingen bei der Jury rund um Musikproduzent Dieter Bohlen. Zunächst müssen die fast 1500 Kandidaten an zwei Tagen die Mitarbeiter der RTL-Redaktion überzeugen.</P><P>Im großen Aufenthaltsraum des Hotels "Westin" herrscht Gedränge. Die Konkurrenz ist groß. "Viele hier können gut singen, mal sehen", sagt die 18 Jahre alte Claudia ein wenig schüchtern. Um die Masse an Kandidaten bewältigen zu können, werden die Bewerber auf vier Teams aufgeteilt. Grüppchenweise werden sie abgeholt und zu den Räumen der Juroren gebracht. Für die zweite Staffel der Erfolgsshow wurden nach Angaben von RTL fast 19 500 Bewerber zu Castings in sechs Städten eingeladen.</P><P>Innerhalb von maximal acht Wochen soll die Gruppe der potenziellen Nachfolger des ersten "Superstars" Alexander auf nur noch 100 reduziert werden. Dann entscheidet das Fernsehpublikum, wer weiterkommt. Die zweite Staffel soll laut RTL von Herbst an zu sehen sein. Die Fernsehmacher erhoffen sich damit einen erneuten Quotenerfolg. Beim ersten Finale Anfang März schauten 12,84 Millionen Menschen zu. Das entsprach einem Marktanteil von 40,1 Prozent.</P><P>In der Neuauflage der Show ist nicht nur die Jury in ihrer alten Besetzung wieder dabei, auch am Moderatorenteam hat sich nichts geändert. Michelle Hunziker und Carsten Spengemann schauen beim ersten Casting vorbei und überzeugen sich vom Talent der neuen Kandidaten. "Ich freue mich sehr über den Start der neuen Staffel", sagt Hunziker. Sie spricht im Aufenthaltsraum vor laufender Kamera mit einzelnen Kandidaten, fragt nach ihren Hoffnungen. "Es beginnt jetzt wieder alles neu - aber es sind sehr viele Talente dabei, wirklich gute Leute", sagt Spengemann.</P><P>Viele Eltern sind zum Casting mitgekommen, um ihre Kinder zu unterstützen. "Ich bin dabei, um ihr Kraft zu geben oder um Trost zu spenden. Was auch immer dabei herauskommt", sagt Beate Schneider aus Halberstadt. Ein kleines Maskottchen fest umklammernd sitzt sie bei ihrer 16 Jahre alte Tochter. Am Nachmittag muss sie ihrem Kind tatsächlich die Tränen trocknen, denn für die nächste Runde hat es nicht gereicht. Enttäuschung ist auch einem Mädchen in einer Ecke des Raums anzumerken. "Ich hab/ den Text vergessen bei der Aufregung", meint sie traurig.</P><P>Für Mariangela hat sich das Bibbern dagegen gelohnt. Sie ist eine Runde weiter und darf Dieter Bohlen vorsingen. "Endlich hat es mal geklappt", sagt die 24 Jahre alte Studentin. Dem Traum von der großen Karriere als neuer "Superstar" ist sie einen Schritt näher gekommen. Weitere Kandidaten warten aber in München, Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln auf ihre Chance. </P>

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