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Jim Parsons' Serienfigur Sheldon Cooper hat längt Kultstatus erreicht.

Big-Bang-Theory-Star

Interview: Was Jim Parsons mit Sheldon Cooper verbindet

Los Angeles - Seine Rolle als Dr. Sheldon Cooper war für ihn wie ein Urknall in Hollywood. Jim Parsons hat es dank seines Parts als ebenso genialer wie besserwisserischer Wissenschaftler in der Kultserie "The Big Bang Theory" zu weltweiter Berühmtheit gebracht.

Wie schwer ist es, einen Soziopathen zu spielen, der zwischenmenschliche Regeln nicht versteht? 

Jim Parsons: Erstaunlich leicht. Sheldon ist ein Teil von mir. Ich verstehe, wie es sich anfühlt, ein Außenseiter zu sein.

Hatten Sie als Kind keine Freunde?

Parsons: Doch. Dennoch habe ich nie ganz reingepasst. Ich war als Kind eher künstlerisch interessiert, hatte mit Sport nichts am Hut. Und wenn man in Texas aufwächst, unterscheidet man sich damit schon von anderen Buben. Ich konnte oft nicht mitreden und fühlte mich deshalb nie als einer von ihnen. Es hat mich geprägt…und heute benutze ich die Erfahrungen und mache damit Geld (lacht).

Allerdings. Sie sind mit Ihren Co-Stars Kaley Cuoco und Johnny Galecki mit einer Million Dollar pro Folge die höchstbezahlten Serienstars der Welt.

Parsons: Das Beste daran ist, dass ich so in der Lage bin, anderen zu helfen. Ich spende an Organisationen, die mir wichtig sind. Aber es geht nicht nur um Geld. Ich setze mich auch für Dinge wie Schwulenrechte ein. Oder ich trete kostenlos in einem gemeinnützigen Gemeindetheater auf, wie im April in Houston. Auf solchen Bühnen bin ich groß geworden und sie haben mir meinen Weg geebnet. Jetzt zahle ich das zurück.

Die Serie ist mit Abstand die erfolgreichste in Amerika. Warum?

Parsons: Ich sage immer, es gibt bei uns mehr Leute, die Big Bang schauen als an den Big Bang – also den Urknall – glauben. Ich glaube, viele können sich mit uns identifizieren. Weil wir anders sind.

Sie haben es geschafft, Streber cool werden zu lassen.

Parsons: Oh Gott, ich hoffe nicht auf Dauer. Die Streber- Kultur war eigentlich immer eine Randkultur und glücklich damit (grinst). Aber ich finde es ohnehin dumm, Leute in Schubladen zu stecken. Als ob jeder hochintelligente Mensch bei seiner Mutter lebt, anti-sozial ist und bei dem weiblichen Geschlecht keine Chance hat.

Sheldon und seine Freundin Amy sind eines der merkwürdigsten Paare der Fernsehgeschichte. Sie führen eine Beziehung nach Vertragsklauseln. 

Parsons: Ist das nicht klasse? Alles wird vorher festgelegt. Wann man wo Händchen hält, wie viele Male man sich pro Woche küsst. Oberflächlich gesehen ist das natürlich absurd. Aber wenn man mal weiterdenkt, ist es eine sehr ehrliche Art der Kommunikation, von der viele andere Paare noch lernen können.

Viele Fans fragen sich, ob in der neuen Staffel auch Sex mit in den Vertrag aufgenommen wird.

Parsons: Ich will nichts vorwegnehmen. Aber lassen Sie es mich so sagen: Amy und Sheldon kommen sich auf jeden Fall noch näher.

Sheldon ist ein reiner Kopfmensch …

… aber nicht herzlos. Sonst wäre er nicht so beliebt bei den Fans und würde sich nicht so viel bei seinen Mitbewohnern herausnehmen können.

Lassen Sie sich eher vom Kopf oder vom Herzen leiten?

Parsons: Ganz eindeutig vom Herzen. Sonst wäre ich nie so idiotisch gewesen, in die Schauspielbranchezugehen. Dennoch halte ich mich auch für jemanden, der logisch denkt und sich zuerst die Fakten sucht, ehe er entscheidet. Aber diese Entscheidung treffe ich dann aus dem Bauch heraus.

Sie leben seit zwölf Jahren mit Ihrem Freund Todd in einer Beziehung. War es auch eine Bauchentscheidung, sich öffentlich als schwul zu outen?

Parsons: Es war eher unvermeidlich. Bevor ich meine Rolle in Big Bang Theory bekommen habe, wussten nur meine engsten Freunde, wer ich wirklich bin. Doch dann stand ich im Rampenlicht und habe beschlossen, dass ich keine Lust habe, mein wahres Leben zu verstecken.

Hatten Sie Angst vor der Reaktion der Leute?

Parsons: Ein wenig. Ich weiß noch, als ich zum ersten Mal mit meinem Partner bei einem Hollywood- Event aufgetaucht bin. Ich habe mir vorher all den Wirbel und die Reaktionen ausgemalt, die danach auf uns niederprasseln würden. Und was ist passiert? Nichts! Keiner hat mich je darauf angesprochen. Nicht einmal kam die Frage „Sind Sie schwul?“. So haben wir einfach weitergelebt wie vorher.

Hat sich mit dem Ruhm Ihr Leben gar nicht verändert?

Parsons: Für mich nicht. Ich bin so, wie ich immer war. Natürlich werde ich öfter auf der Straße erkannt und angesprochen.

Wie reagieren die Leute, wenn sie „Sheldon“ sehen? 

Parsons: Das ist sehr interessant. Sheldon hat große Probleme, zu anderen Menschen eine Bindung aufzubauen und kommt als unfreundlich und wenig sozial rüber. Deshalb habe ich geglaubt, dass die Fans eher zurückhaltend reagieren würden, weil sie denken, dass auch ich Leute nicht mag. Das Gegenteil ist der Fall. Ich werde überall warmherzig begrüßt und finde es klasse.

Haben Sie nicht langsam die Nase voll, immer denselben Charakter zu spielen? 

Parsons: Gar nicht. Mit Sheldon wird es mir nie langweilig. Und die Jahre mit der Show waren bislang die besten in meinem Leben. Beruflich wie privat. Wobei – ich bin ja erst 42. Ich hoffe, es kommt noch was nach.

Dierk Sindermann

Das müssen Sie über "The Big Bang Theory" wissen:

Es begann 2007: Im Mittelpunkt der Serie stehen die hochbegabten Physiker Dr. Leonard Hofstadter (Johnny Galecki) und Dr. Sheldon Cooper (Jim Parsons).
Sie wohnen in einer WG gegenüber der hübschen, aber mäßig gebildeten Kellnerin Penny (Kaley Cuoco). Während Sheldon und Leonard zwar extrem intelligent, aber sozial naiv und holprig agieren, glänzt Penny mit gesundem Menschenverstand und verdreht Leonard den Kopf – sie werden sogar heiraten!
Neben dem Trio gibt es noch den jüdischen Ingenieur Howard Wolowitz (Simon Helberg) und den indischen Astrophysiker Rajesh Koothrappali (Kunal Nayyar), die ebenso wie Leonard und Sheldon für Comics, Science-Fiction und Videospiele brennen. Alle Nerds sind inzwischen vergeben: Die Biologin Bernadette Rostenkowski (Melissa Rauch) hat Howard geheiratet, die Neurobiologin Amy Farrah Fowler (Mayim Bialik) versucht, Sheldon endlich körperlich nahe zu kommen und Raj scheint ebenfalls seine Liebe gefunden zu haben …

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