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Bill Cosby gerät immer mehr unter Druck.

Mehr als 40 Frauen sagen aus

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Bill Cosby

Los Angeles - In der Affäre um sexuellen Missbrauch wächst der Druck auf Bill Cosby: Drei weitere Frauen schilderten am Mittwoch, wie der Komiker sie zum Sex gezwungen habe.

Die Pressekonferenz fand in der Kanzlei der Anwältin Gloria Allred statt, die zahlreiche mutmaßliche Opfer von Cosby vertritt. Die Schauspielerinnen Eden Tirl und Linda Whitedeer sowie die frühere Stewardess Colleen Hughes schilderten dabei ihre Erlebnisse. Klagen wollen die drei Frauen nicht, weil die Taten mehr als 30 Jahre zurückliegen und daher strafrechtlich verjährt sind.

Tirl sagte, Cosby habe sie beim Dreh einer Folge seiner international bekannten Serie "Cosby Show" sexuell angegriffen. Whitedeer begegnete dem Schauspieler nach eigenen Angaben 1971. Bei einem Vorstellungsgespräch habe er sie zum Oralsex gezwungen. "Er hat mich schnell mit der Präzision eines Chirurgen angegriffen und dabei auf den Überraschungseffekt gesetzt", schilderte Whitedeer den Vorfall.

Hughes sagte, sie habe den heute 78-jährigen Schauspieler auf einem Flug nach Los Angeles kennengelernt. Er habe sie zum Mittagessen in ein Hotel in Beverly Hills ausgeführt und sie dann auf ein Glas Champagner in einem Hotelzimmer eingeladen. Als sie Stunden später aufgewacht sei, habe sie festgestellt, dass Cosby sie sexuell missbraucht habe. "Ich habe mein ganzes Leben lang mit einem schrecklichen Geheimnis gelebt, was Bill Cosby mir angetan hat", erzählte Hughes. Sie habe nie mit jemandem darüber geredet.

Die Anwältin Allred vertritt die drei Frauen und weitere mutmaßliche Opfer Cosbys. Erst Ende Juli hatte das "New York Magazine" 35 mutmaßliche Missbrauchsopfer von Cosby abgebildet und zu Wort kommen lassen. Laut dem Bericht werfen insgesamt 46 Frauen dem Schauspieler sexuelle Vergehen bis hin zur Vergewaltigung vor. Zu den Opfern gehören demnach Models, Kellnerinnen und Mitarbeiterinnen des Showgeschäfts. Eine Frau berichtete demnach sogar, dass Cosby ihre Trauer über den Tod ihres sechsjährigen Sohnes ausnutzte, um sie zu vergewaltigen. Die Fälle reichen demnach bis in die 60er Jahre zurück, die jüngsten Übergriffe sollen im vergangenen Jahrzehnt passiert sein.

Cosby bestreitet die Vorwürfe vehement. Allerdings hatte er 2005 zugegeben, im Jahr 1976 einer Frau das Beruhigungsmittel Quaaludes verabreicht zu haben, weil er mit ihr Sex haben wollte. Entsprechende Gerichtsunterlagen waren Anfang Juli bekannt geworden. Cosbys Anwälte hatten dazu erklärt, ihr Mandant habe lediglich zugegeben, wie viele andere in den 70er Jahren im Sexleben zu Drogen gegriffen zu haben. Der Sex sei immer im beiderseitigen Einverständnis erfolgt, die Medien hätten aber den Eindruck einer Vergewaltigung geschürt.

Allred hatte in ihrem Vorgehen gegen den US-Komiker jüngst einen kleinen Sieg erzielt: Vor dem Obersten Gericht von Los Angeles setzte sie durch, dass Cosby am 9. Oktober unter Eid zu Anschuldigungen ihrer Mandantin Judy Huth aussagen muss. Sie wirft dem Schauspieler vor, sie im Alter von 15 Jahren unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben.

afp

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