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Blechblos'n stehen am 01.08.2013 beim Open Air Festival in Wacken auf der Bühne

Bayerische Blasmusiker erklären:

Was Wacken von der Wiesn unterscheidet

Wacken - Dass der „Metalhead“ selbst Blasmusik nicht scheut, zeigte die Band Blechblos'n. Wacken ist für die Bayern wie das Oktoberfest - nur mit noch mehr Spaß.

Nach Heinos Überraschungsauftritt beim wohl weltgrößten Heavy-Metal-Festival in Wacken wurde diskutiert, ob das zusammenpassen kann: Harte Gitarrenmusik und schunkeliger Schlager. Die Band Blechblos'n trat ebenfalls in Wacken auf - und zwar mit breitem Dialekt und zünftiger Blasmusik. Im dpa-Interview erklären die Musiker, was der Wackener noch vom Oktoberfest lernen kann, warum Wacken so tolerant ist und wieso sie trotzdem immer als Bayern erkannt werden.

Wie seid ihr als Blasmusik-Band bei einem Heavy-Metal-Festival gelandet?

Wenn wir das wüssten! Ursprünglich hat uns wohl einer der Veranstalter in Kiel bei der Kieler Woche gesehen. Wir kommen bei den Norddeutschen gut an. Das Vorurteil, dass sie eher spröde sind: Alles Quatsch. Mehr Party als auf der Kieler Woche geht nicht, das ist gleichwertig mit München. Dort sind wir ja eigentlich beheimatet, auf dem Oktoberfest spielen wir seit 20 Jahren.

Was kann der Heavy-Metal-Fan in Wacken denn noch von euch lernen?

Mit den großen Maßkrügen haben sie hier ja sonst keine Erfahrung. Das bringen wir ihnen bei. Das ist Entwicklungsarbeit in puncto große Maßkrüge stemmen.

Wie passt das denn zusammen - eure Blasmusik und Heavy Metal?

Wir sind nicht nur Blasmusik, sondern spannen den Bogen bis zum Hardrock. Bei uns kommt auch ZZ Top vor. Vergleichbar mit dem Original, aber eben mit zusätzlichen Farben. Aber in Wacken passieren die seltsamsten Sachen. Hier wird aus einem Blasmusikstück plötzlich ein Headbanger-Lied. Das ist das Schöne hier, es wird nicht alles so ernst genommen. Manches Publikum muss man genau bedienen, sonst sind die beleidigt. Wacken ist für alles offen.

In der Vergangenheit wurde kritisiert, Wacken werde immer mehr zum Ballermann. Könnt ihr das verstehen?

Das haben wir auch gelesen. Hier beim Fest hat man es überhaupt nicht gemerkt. Die Leute wollen Spaß haben und wenn es ihnen reicht, gehen sie zu einer anderen Bühne. Wir sind ja nun wirklich keine Metal-Band und trotzdem machen alle mit. Kein Einziger hat hier jemals etwas Blödes zu uns gesagt - „Was bist du denn für ein Bayernfuzzi“ oder so. Im Gegenteil. Sie erkennen uns sogar wieder. Nun gut: Wir tragen ja auch Lederhosen.

Was unterscheidet das Wacken Open Air vom Oktoberfest?

Der Geist. In Wacken sind alle eins. Hier haben alle etwas gemeinsam. Das ist beim Oktoberfest nicht ganz so, das ist auch eine Tourismusveranstaltung. Da kommen viele hin, weil sie von der Firma XY eingeladen sind oder weil sie ihre Hendl-Gutscheine haben. In Wacken wollen alle einfach Spaß haben. Unser Ziel: Wir würden gerne irgendwann mal auf der Hauptbühne spielen, egal wie.

dpa

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