"Bob Hope Day": Amerika feiert seinen berühmtesten Komiker

- Los Angeles - Der amerikanische Komödiant Bob Hope hat seinen 100. Geburtstag an diesem Donnerstag im Kreise der Familie gefeiert. Der "berühmteste Komiker der Nation", der sich wegen gesundheitlicher Probleme schon vor zwei Jahren aus der Öffentlichkeit zurückzog, blieb einer großen Straßenparty in Hollywood erwartungsgemäß fern. Eine Kreuzung im Herzen des alten Filmdistrikts wurde zum Bob-Hope-Platz ernannt.

<P>Zu Ehren des Jubilars zogen historische Militärmaschinen über dem Stadtteil ihre Runden. Die Filmmetropole hatte Hope schon vorab zum "Bürger des Jahrhunderts" erklärt.</P><P>Persönlichkeiten aus aller Welt, darunter die britische Königin Elizabeth II., US-Präsident George W. Bush und der frühere Außenminister Henry Kissinger, übermittelten ihre Glückwünsche. Tausende von Karten und E-Mails sind nach Angaben der Familie in den vergangenen Tagen eingetroffen. Feierlichkeiten zu Ehren des Entertainers fanden am Donnerstag nahezu überall in den USA statt. 35 der 50 Bundesstaaten riefen einen "Bob Hope Day" aus.</P><P>Die erste Party stieg bereits am Vorabend in Hopes Wohnort Toluca Lake bei Los Angeles. Nachbarn, Freunde und Verwandte ließen vor der Villa des legendären Showstars und Schauspielers 100 Luftballons fliegen und stießen auf den Jubilar an. Ihr Vater sei "tief beeindruckt" von den vielen Feiern und Ehrungen, erklärte Hopes Tochter Linda, eine Fernsehproduzentin. Hopes Frau Dolores, die mit dem Star seit fast 70 Jahren verheiratet ist, sagte, ihr Mann werde am Abend an einem sehr ruhigen Dinner mit den vier adoptierten Kindern sowie vier Enkelkindern teilnehmen. "Wir werden auch eine Torte mit 100 Kerzen haben. Sicherheitshalber wird die Feuerwehr bereit stehen."</P><P>Hope war als fünfter von sechs Söhnen einer Arbeiterfamilie in der Nähe von London geboren worden. Als Kind war er mit seinen Eltern nach Amerika ausgewandert. Zu dem Schritt habe sich die Familie entschlossen, sagte Hope später auf der Bühne, "weil man herausfand, dass ich zu Hause nicht König werden konnte". Zu seinem 100. hat sich Hope nach Angaben von US-Medien noch einen seiner vor Ironie triefenden Sprüche einfallen lassen, die sein Markenzeichen sind: "Ich bin derartig alt, dass sie inzwischen meine Blutgruppe gestrichen haben."</P><P>Hope hatte als Junge in Cleveland (Ohio) beim Nachahmen von Charlie Chaplin auf sein Talent aufmerksam gemacht. Nach Jahren bei einem Reise-Varieté bekam er Engagements am Broadway, wo er bald zum Operettenstar wurde. 1935 hatte er seine eigene Blödelshow im Radio. Der Durchbruch zum Weltruhm kam 1940 mit der Hollywood-Komödie "Road to Singapore", Auftakt einer ganzen Serie von Road-Movies, meist mit Bing Crosby als Partner.</P><P>Ganz besonders wird Hope, der Amerika stets als "Gottes eigenes Land" betrachtete, bei den US-Streitkräften verehrt. Am Weihnachtstag 1941 hatte er zum ersten Mal eine Einheit der US-Army in Übersee besucht. Fast 50 Jahre blieb der patriotische Hope als ehrenamtlicher Truppenunterhalter aktiv. Seinen letzten Militär-Auftritt im Ausland hatte er 1990 in Saudi-Arabien, wo er Soldaten zum Lachen brachte, die im damaligen Golfkrieg gegen den Irak eingesetzt waren.</P>

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