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Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell steht wegen eines Autounfalls vor Gericht und zeigt sich unbeeindruckt.

Böhse-Onkelz-Sänger Russell vor Gericht

Frankfurt/Main - Mit Tempo 220 soll Böhse-Onkelz-Frontmann Kevin Russell ein Auto gerammt haben. Zwei junge Männer wurden schwer verletzt. Vor Gericht schwieg der Sänger. Die Opfer sagten unter Tränen aus.

In aufgeheizter Stimmung und mit schweren Anschuldigungen der Opfer hat in Frankfurt der Prozess gegen den Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell wegen Unfallflucht begonnen. Der Frontmann der ehemaligen Rockband soll beim Einscheren einen Opel Astra gerammt haben und anschließend zu Fuß geflüchtet sein.

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Der 22- Jährige, der auf dem Beifahrersitz des Astra saß, schilderte am Freitag unter Tränen, wie ihn seine Verletzungen im Alltag einschränken - vor allem die Amputation von drei Fingern. “Der hat mein Leben kaputt gemacht“, sagte er an Russell gerichtet, der die Aussagen konzentriert verfolgte. “Dass ein Mensch zu so etwas fähig ist.“

Beide Opfer leiden sichtlich unter den Folgen des Unfalls. Sie sind nach eigener Aussage nicht arbeitsfähig und können sich an den Unfall nicht erinnern. Der 20 Jahre alte Fahrer des Opel Astra erlitt schwere Verbrennungen und innere Verletzungen, zudem leidet er an schweren Konzentrationsstörungen. Er sei enttäuscht und wütend darüber, dass Russell ihnen nicht geholfen habe, sondern einfach abgehauen sei, sagte er vor dem Landgericht. Russell verfolgte die Aussagen der Unfallopfer weitgehend regungslos. Während der mehr als einstündigen Befragung des leitenden Ermittlers schüttelte er dagegen mehrfach den Kopf.

Der 46-Jährige soll den Unfall auf der A66 nahe Frankfurt am Silvesterabend 2009 unter Drogeneinfluss verursacht haben. Nach dem Zusammenstoß soll er sich nur kurz vergewissert haben, dass den beiden Verletzten im Autowrack geholfen wird, bevor er sich über die Felder zu Fuß davon machte.

Statt die Beteiligung an dem Zusammenstoß zuzugeben, soll Russell ausgesagt haben, dass ein anderer am Steuer des Sportwagens saß, als dieser mit Tempo 220 in den Opel krachte. Dieser Mann bezichtigte sich zudem, begleitet von Russells Manager, bei der Polizei selbst. Anklage gegen den Sänger konnte dennoch erhoben werden - vor allem deshalb, weil DNA-Spuren Russells am Airbag des Sportwagens entdeckt wurden. Für den Prozess sind zunächst sechs Verhandlungstage und drei mögliche Zusatztermine angesetzt.

dpa

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