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Boris Becker zahlte mit seiner Gesundheit einen hohen Preis für seine Sportler-Karriere.

Er war "fast wahnsinnig vor Schmerzen" 

Boris Becker hat eine künstliche Hüfte

München - Durch den Leistungssport hat Boris Becker seine Gesundheit ruiniert. Wie schlimm der "Raubbau" am eigenen Körper war, beschreibt er in seiner neuen Biografie.

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Ob auf Rasen oder auf Sand, als Doppel-Partner oder im Einzel: Geschont hat sich Boris Becker nie. Seine Spielweise war stets aggressiv, das zeigt sich schon an der nach ihm benannten "Becker-Rolle", dem im Hechtsprung geschlagenen Volley. Die Folge: Zahlreiche Verletzungen, die den Wimbledon-Gewinner in seiner aktiven Zeit immer wieder harte Rückschläge einbrachten. Welch hohen Tribut er dem Leistungssport zollte, scheibt der 45-Jährige in seiner zweiten Biografie „Das Leben ist kein Spiel“.

Die Knie, Gelenke und Bänder der langjährigen Nummer 1 der ATP-Weltrangliste wurden im Laufe seiner Karriere extrem beansprucht. So zog er sich 1999 - zwölf Wochen vor seinem letzten Wimbledon-Turnier - einen Riss des Bandes zwischen Knöchel und Schienbein, der sogenannten Syndesmose, zu. Star-Orthopäde Dr. Müller-Wohlfahrt spritzte "Bobbele" zwar noch in die vierte Runde des wichtigsten Tennisturniers der Welt, doch dann war Schluss. "Rückblickend war es reiner Raubbau am Körper", wertet das Boris heute selbstkritisch. "Das Sprunggelenk war völlig im Eimer."

Durch jahrelange Fehlbelastung wurde auch die Hüfte des dreimaligen Wimbledon-Siegers schwer geschädigt. "Den Ausschlag gab eine China-Reise, bei der ich mich im Flieger verlegen hatte. Auf dem Rückflug bin ich fast wahnsinnig geworden vor Schmerzen. Meine Hüfte tat höllisch weh. Es war im wahrsten Sinne des Wortes zum Schreien", gesteht Boris.

Nur wenige Wochen nach einer Hüft-OP im September 2009 war klar: Kein Weg führt mehr an einem künstlichen Hüftgelenk vorbei. Ein Pokerturnier auf den Bahamas, zu dem er sich vertraglich verpflichtet hatte, stand er Ende Januar 2010 nur dank starker Schmerzmittel durch. Von da aus ging es direkt auf den Operationstisch.

Bereits nach fünf Tagen entließ sich Becker selbst aus dem Krankenhaus, um bei der Geburt seines Sohnes Amadeus in London dabei sein zu können. "Da musste ich dabei sein. Koste es, was es wolle. In dem Fall auch meine Gesundheit", schreibt er. "So bin ich also am 1. Februar zurückgeflogen – ohne Reha, ohne alles und gegen den ausdrücklichen Rat der Ärzte. So frisch operiert in einem Flugzeug, das war die Hölle. Das wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind."

Bereut hat er die OP nie - im Gegenteil: "Hätte ich vorher gewusst, wie toll das Ergebnis ist, hätte ich den Eingriff schon viel früher vornehmen lassen." Einziger "Nachteil": Am Check-in-Schalter am Flughafen piept es jetzt immer.

hn

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