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Das britische Königshaus: Mit König Charles III. als Oberhaupt

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Queen Elizabeth II. ist nach 70 Jahren als Königin von England gestorben. Jetzt ist das Familienoberhaupt und König ihr Sohn Charles III.
Queen Elizabeth II. ist nach 70 Jahren als Königin von England gestorben. Jetzt ist das Familienoberhaupt und König ihr Sohn Charles III. © Victoria Jones/dpa

Das britische Königshaus ist eine wichtige Institution in Großbritannien und dem Commonwealth. Mehr als 70 Jahre lang war Queen Elizabeth II. das Oberhaupt der Royal Family. Nach ihrem Tod hat ihr ältester Sohn Charles ein großes Erbe angetreten.

London – Das britische Königshaus spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte Englands und dem gesamten Commonwealth. Obwohl die Monarchie eigentlich keinen direkten politischen oder gesellschaftlichen Nutzen mehr besitzt, sind die Royals aus der Öffentlichkeit einfach nicht mehr wegzudenken. Mehr als 70 Jahre lang war Queen Elizabeth II., die am 8. September im Alter von 96 Jahren verstorben ist, das Oberhaupt der berühmtesten Familie der Welt. Aber wer hat den Platz auf dem Thron nach ihr eingenommen? Und gibt es tatsächlich eine Zukunft für die britische Monarchie?

Britisches Königshaus: So bestimmt der Stammbaum die Thronfolge

Die Queen war jahrzehntelang das Oberhaupt der britischen Königsfamilie. Die Nachfolge des Regenten oder der Regentin wird durch den „Act of Settlement“ bestimmt. Dieser stammt aus dem Jahre 1701 und besagt, dass ausschließlich Angehörige der anglikanischen Kirche Anspruch auf den Thron haben. Inzwischen wurde das Gesetz modernisiert und die Thronfolge kann nun unabhängig vom Geschlecht angetreten werden. Außerdem muss die Chronologie der Geburten sowie die Blutlinie beachtet werden.

Nach dem Tod der Queen ist Prinz William, der älteste Sohn von König Charles III., der nächste rechtmäßige Erbe des Thrones. Danach folgen:

Britisches Königshaus: Ist Prinz Harry noch Thronfolger?

Theoretisch ja. Allerdings hätte er erst nach Louis, Williams dritten Kind, Anspruch auf die Krone. Da Harry und seine Frau Meghan allerdings zu Beginn 2020 bekannt gaben, dass sie sich als Mitglieder der Königsfamilie zurückziehen werden, ist fraglich, ob Prinz Harry seinen Anspruch auf die Krone tatsächlich wahrnehmen wird, sollte dies einmal der Fall der sein. Trotz des Rückzuges bleibt die Thronfolge aber unverändert und kann nur vom britischen Parlament überarbeitet werden.

Britisches Königshaus: Wer gehört eigentlich zur Königsfamilie?

Wer dazu gehört und wer nicht, bestimmen einige grundlegende Bedingungen. Diese klären, welche Personen zur Königsfamilie gehören. Feste Mitglieder sind unter anderem der amtierende britische Monarch und der Ehepartner des Monarchen, auch Royal Consort genannt. Stirbt ein Monarch, bleiben auch die verwitweten Ehegatten Mitglieder der Königsfamilie. Ebenso zählen alle Kinder des Monarchenpaares hinzu, inklusive der Ehegatten und verwitweten Ehepartner der Söhne der Queen.

Innerhalb der männlichen Linie gehören auch alle Enkel der Queen sowie deren Ehegatten und verwitweten Ehegatten zu den Royals. Seit Ende des 21. Jahrhunderts können eingeheiratete Mitglieder der Königsfamilie ihre Position verlieren, wenn sie sich scheiden lassen. So erging es auch Prinzessin Diana (36, † 1997) nach ihrer Scheidung von Prinz Charles im Jahre 1996.

Britisches Königshaus: Die Geschichte der Königsfamilie

Queen Elizabeth II. wurde am 6. Februar 1952 Königin des Vereinigten Königreichs und Oberhaupt des Commonwealth. Fast achtzehn Monate nachdem sie die Nachfolge ihres Vaters angetreten hatte, wurde sie am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey gekrönt. Auf Google Maps ist die Westminster Abbey direkt hinter dem Parlamentsgebäude in London zu finden.

Ihren Ehemann Prinz Philip (99, †2021) heiratete die Queen am 20. November 1947 in der Westminster Abbey und feierte mit ihm gemeinsam im Jahr 2020 ihren 73. Hochzeitstag. Prinz Philip verstarb allerdings am 9. April 2021 in Windsor, nur zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag. Er war der am längsten amtierende königliche Gemahl und älteste Ehegatte eines regierenden britischen Monarchen. Zusammen haben sie vier Kinder. Charles war der am längsten wartende und älteste Thronfolger aller Zeiten, nach dem Tod seiner Mutter, Queen Elizabeth II., am 8. September 2022 ging die Krone an ihn über.

Britisches Königshaus: William und Harry, die Enkel der Queen

Am 29. April 2011 heiratete der Enkel der Königin, Prinz William, der an zweiter Stelle auf dem Thron steht, Catherine (Kate) Middleton in der Westminster Abbey. Sie sind jetzt der Herzog und die Herzogin von Cambridge und in Schottland der Graf und die Gräfin von Strathearn. William und Kate haben zusammen drei Kinder.

Der Enkel der Königin, Prinz Harry, der auf dem sechsten Rang um den Thron steht, und Meghan Markle heirateten am 19. Mai 2018 in der St. George‘s Chapel in Windsor Castle. Sie sind jetzt der Herzog und die Herzogin von Sussex, Schottland, der Graf und die Gräfin von Dumbarton. Ihr Sohn Archie wurde am 6. Mai 2019 geboren, ihre Tochter Lilibet am 4. Juni 2021. Sie haben ihre königlichen Rollen niedergelegt und haben Großbritannien verlassen.

Britisches Königshaus: Die Bedeutung der Königsfamilie für England

Die Monarchie ist in England kaum wegzudenkenden. Da die königliche Familie die meisten ihrer politischen Befugnisse verloren hat, haben Königin Elizabeth, ihr Ehemann und ihre Kinder ihre Rolle in verschiedenen gemeinnützigen Organisationen verwirklicht. Mittlerweile ist die Queen Titelpatronin von über 600 Wohltätigkeitsorganisationen. Generell vermittelt das britische Königshaus ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das für die Bewältigung von Krisen für die Menschen in England einen hohen Wert besitzt.

Durch eine andauernde Berichterstattung der Boulevard-Presse in England sind die Royals im ständigen öffentlichen Fokus. Intime Einblicke in ihr privates Familienleben sind üblich. Das macht die Familie menschlich, nahbar, sympathisch und authentisch. Seit Prinzessin Diana ist das öffentliche Interesse an den Royals von Jahr zu Jahr gestiegen. Selbst eine eigene Website besitzt die Königsfamilie. Dort informieren sie über Neuigkeiten und stellt ihre gesellschaftlichen Engagements detailliert dar.

Britisches Königshaus: Wieviel Macht hat die Queen wirklich?

Die Queen ist die größte Landbesitzerin der Welt. Mehr als 6.000.000 Hektar Land laufen unter ihrem Namen. Sie ist das Oberhaupt der berühmtesten Familie des Planeten und eine wichtige Institution in England, dem Commonwealth sowie für viele Menschen auf der ganzen Welt. Dennoch hat sie in politischen Belangen offiziell kaum Macht. Diese hat das amtierende und demokratisch gewählte Parlament. Elizabeth II. besitzt trotzdem einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Sie ist Repräsentantin, Beraterin und pflegt politisch wichtige Beziehungen.

Einige Vorrechte geben ihr ein kleines Maß an Macht, wie zum Beispiel die Befugnis, den Premierminister zu ernennen sowie Sitzungen des Parlaments zu eröffnen und zu schließen. Die Queen ist verpflichtet, allen vom Parlament verabschiedeten Gesetzesvorlagen „königliche Zustimmung“ zu erteilen, bevor diese überhaupt zum Gesetz werden können. Sie ist auch das Oberhaupt der Streitkräfte. Das gibt ihr die Macht, gegebenenfalls den Krieg zu erklären und entsprechende Verträge zu unterzeichnen.

Britisches Königshaus: Wie sieht die Zukunft für die Monarchie als Oberhaupt aus?

Die Briten wollen, dass die Monarchie weiter besteht. Zwei Drittel sagen, dass Großbritannien seine Monarchie behalten sollte, während nur 21 % ein gewähltes Staatsoberhaupt favorisieren. Der Monarch gilt nämlich als Symbol der Nation und spielt eine wichtige Rolle beim Zusammenhalten der Briten in schwierigen Zeiten. Doch obwohl die Mehrheit sich ein Fortbestehen der Monarchie als Oberhaupt wünscht, sind die meisten gespalten über die Thronfolge nach Queen Elizabeth II.

Während die festgelegten Regeln für die Nachfolge klar sind, wünschten sich im Vorfeld viele, dass Prinz William auf den Thron steigt und nicht sein Vater Prinz Charles. Anders könnte es sich in anderen Ländern des Commonwealth verhalten. Denn auch auf anderen Teilen der Erde ändern sich die Zeiten und Denkweisen. So beispielsweise in Barbados. Der Inselstaat hat Königin Elizabeth II. als Staatsoberhaupt des Landes abgelöst und ist seit November 2021 Republik. Damit ist Barbados das erste Land seit 1992, das die Monarchie abgelöst hat.

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