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Daniel Brühl ist derzeit nonstop auf Achse.

Luxus-Anreise im Lauda-Jet

Brühl: So verlief mein Trip zu den Golden Globes

München - Zu den Golden Globes in Los Angeles reiste der nominierte Daniel Brühl in Niki Laudas Privatjet an. Hier schildert er exklusiv, wie der Flug verlief und welche Chancen er sich auf einen Award ausrechnet.

"Entschuldigung, ich muss erst auf die Toilette. Sonst mache ich mir in die Hose.“ Dass Daniel Brühl sich aus dem Staub macht, bevor er mit tz-Hollywood-Korrespondent Dierk Sindermann im noblen London Hotel sein Interview startet, hat nichts mit schwacher Blase zu tun. Der Hollywood-Stress ist schuld. Deutschlands Golden-Globe-Star nonstop auf Achse. Am Freitag flog er in Los Angeles ein. In Niki ­Laudas Bombardier-Privatjet! Und mit Pilot Niki Lauda am Steuerknüppel. „Ein wahnsinniges Erlebnis”, schwärmt Daniel. So etwas kann selbst einen Star, der an First Class gewöhnt ist, fürs Leben verderben: „Komfortabler geht es nicht.” Was wurde an Bord serviert? Na klar, Wiener Schnitzel.

Als der Edel-Flieger auf den Airport Los Angeles einschwebte, saß der Promi-Passagier im Cockpit und nahm die Landung mit seiner Videokamera auf. Und keine Spur von Pilot Laudas Grantel-Laune, die Brühl in Rush so naturgetreu darstellt: „Er hat sich richtig gefreut, in Hollywood zu sein.“

Für Brühls Freundin Felicitas war die Freude etwas getrübt. Auf dem Zubringer-Flug aus London (dort dreht Daniel seinen neuen Film The Face of an Angel) zum Airport Wien (wo Niki Laudas Jet wartete) gingen ihre Koffer verloren. Gott sei Dank fand sich der mit ihrem Gala-Kleid für den Golden Globe rechtzeitig in Los Angeles ein. Daniel: „Die Zahnbürste können wir überall kaufen.“

Verbeugungstournee ohne Ende

Den Awards-Wahnsinn hatte er zum ersten Mal 2003 erlebt, als Good Bye Lenin für den Oscar als bester Auslandsfilm nominiert war. Aber der Golden Globe ist eine neue Dimension. Darum sah er den Trip zu seiner ersten Hollywood-Auszeichnung alles andere als blasiert. „Ich habe in der Toskana gefilmt als der Anruf kam, dass ich bei den Screen Actors Awards nominiert worden bin.“ Und dann ging es Schlag auf Schlag. Als Nächstes kamen die Freudenbotschaften von der Nominierung für den Golden Globe, den Critics Choice Award und den Briten-Oscar Bafta.

Die schönsten Roben der Golden Globes 2014

Die schönsten Roben der Golden Globes 2014

Eine Verbeugungstournee ohne Ende. Deshalb bleibt der Multi-Landsmann – geboren in Barcelona, aufgewachsen in Köln (Dialekt-spezifisch in „Ihrefeld”) und von Herzen Berliner – bis zum Fe­bruar (mit Unterbrechung) am Standort Los Angeles. Das Showbusiness ruft: „Meine Agenten schlafen nicht. Die haben eine Menge Treffen für neue Filme eingetütet.“

Doch es muss auch Zeit sein, die Riesenstadt zu erkunden: „Ich habe ein Auto gemietet.“ Brühl kennt sich in Los Angeles aus. War zwar meist beruflich da, aber „es gibt doch immer Neues zu sehen“. Und das Wiedersehen mit Freunden zu genießen, die hier wohnen. Wie Kollegin Julie Delpy, mit der er das traditionelle Thanksgiving feierte.

Nach 14 Tagen heißt es dann vorerst „Bye-bye Hollywood“. Rush läuft in Japan an und die ganze „Boxen-Mannschaft“ geht auf Promo-Tournee ins Land der aufgehenden Sonne.

Die erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten

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Am 3. Februar steht im Brühl-Kalender: Rückflug von Tokio und Ankunft in Los Angeles. Da wird er schon Heimweh haben. Aber erst am 6. kann er „die Kumpels zu Hause in Berlin“ wiedersehen. Für die wurde eine Golden Globe-Nacht in Daniels Berliner Tapas-Bar Raval in Kreuzberg mit Live-Übertragung arrangiert.

Apropos. Wie wäre es denn, ein Lokal in Los Angeles aufzumachen? Antwort: „Ein deutsches. Das braucht die Stadt.“ Er hat in einem pseudo-deutschen Restaurant namens Wurstküche gegessen. Gefiel ihm. „Da gibt es sogar Kölsch.“

Gibt es einen Schauspieler, bei dem er sich ganz speziell auf ein Kennenlernen bei den Golden Globes freut? Daniel sinniert, schüttelt den Kopf: „Ich bin zum Gouverneur’s Award eingeflogen. Da hat sich mein Kopf 360 Grad gedreht und an jedem Tisch saß jemand, der für mich interessant ist.“

Einen Namen nennt er jedoch: „Ich habe Christoph Waltz getroffen. Er hat mir gratuliert. Das tut gut, weil ich ihn sehr schätze.“ Ein Zeichen von Bescheidenheit? Ja. Mehr noch. Nach den Nominierungen glaubte Daniel nicht, dass er auch einen Preis abräumt. „Ich hab rumgejammert, dass ich eh’ nichts kriege.“ Gott sei Dank ist Freundin Felicitas Psychotherapeutin. Die nahm ihn ins Gebet: „Du trittst hier gegen die ganz Großen an. Das allein ist schon super.“

Dierk Sindermann

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