Brühl will auch mal einen Fiesling spielen

- Berlin - Der Schauspieler Daniel Brühl ("Good Bye, Lenin!") will auch mal einen "richtigen Fiesling" auf der Leinwand spielen, "das absolute Gegenteil eines Sympathieträgers". Er liebe Außenseiterfiguren und Grenzerfahrungen, sagte Brühl auf der Berlinale, wo er an diesem Dienstag seinen neuesten Film "Was nützt die Liebe in Gedanken" von Achim von Borries über eine Berliner Schülertragödie von 1927 vorstellt. Der Film kommt am Donnerstag in die Kinos.

"Ich muss mit dem Image des guten Jungen mal brechen", sagt Brühl. Und er könne "das Fiese" richtig aus sich herausholen, auch wenn ihm viele das nicht zutrauten. "Die dunkle Seite ist vorhanden, auch wenn ich im Grunde eher ein harmoniesüchtiger Mensch bin."<BR>An seinem neuesten Film über die Schülertragödie habe ihn die bedingungslose Liebe fasziniert, aber auch das schnelle Umschlagen von Liebe in wahnsinnigen Hass. "Das habe ich auch kennen gelernt, gleich bei meiner ersten Liebe", erinnert sich der heute 26-jährige Schauspieler. "Man weiß gar nicht, wie einem geschieht. Man lernt die ungeheure Kraft und Gewalt der Liebe kennen und gibt sich dem preis, und dann wird das nicht erwidert. Dieser Schmerz ist schlimm und hat lange angehalten."<BR>Nach dem großen Erfolg mit "Good Bye, Lenin!" will Brühl jetzt erst einmal "das europäische Kino" entdecken, bevor er auch über Angebote aus den USA nachdenkt, die bereits vorliegen. "Ich will da noch sehr vorsichtig sein." In den USA habe er nach den Globes und den Oscar-Nominierungen auch die Grenzen des Erfolges gesehen. Sein Film war nicht für einen Oscar nominiert worden.<BR>"Ich bin auf den Boden zurückgeholt worden. Das ist auch mal ganz gesund. Sicherlich, eine gewisse Enttäuschung war schon da. Aber nach dem ganz großen Erfolg, den wir bisher mit dem Film in Europa hatten, war das auch zu verschmerzen." Er habe auch nichts dagegen, wenn der Preisregen mal etwas nachlässt. "Es kann ruhig mal eine Pause sein. Es ist im Moment alles zu viel." Sein nächster Film von Regisseur Sebastian Schipper ("Absolute Giganten") ist die Geschichte einer Freundschaft mit Jürgen Vogel als Partner. In England hat Brühl gerade in einem "sehr romantischen Film" mit Judi Dench und Maggie Smith einen polnischen Geiger gespielt.

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