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Den doppelten Bully gab es bei der Eröffnung des Bullyversums im Geiselgasteig zu erleben.

Bully eröffnet eigene Film-Erlebniswelt 

Grünwald - Ein eigenes Museum zu Lebzeiten - davon können andere berühmte Persönlichkeiten nur träumen. Der Filmemacher Michael "Bully" Herbig hat dieses Ziel erreicht.

Nach der Eröffnung am Samstag startet am Dienstag in Grünwald bei München das Bullyversum, eine 1800 Quadratmeter große Erlebniswelt rund um die Kino- und Fernsehhits des Regisseurs - zu sehen im Rahmen der Filmtour auf dem Gelände der Bavaria Film, die das mehrere Millionen teure Vorhaben anstelle der beliebten Stunt-Show gesetzt hat.

Künftig werden in der riesigen Halle nicht mehr die Nerven des Publikums strapaziert, sondern die Lachmuskeln. Und zwar multimedial, mit Animationen, Computerspielen und Filmen - in 3-D und zum Mitmachen. Bully ist der Held dieser Welt - in Filmchen, auf Fotos, als Stimme und als lebensgroße, ferngesteuerte Animatronicfigur.

Seine Anfänge im Radio und bei der “Bullyparade“ von ProSieben sind ebenso zu bewundern wie der Überraschungserfolg “Der Schuh des Manitu“, die Zeichentrickparodie “Lissi und der wilde Kaiser“ und Vilsmaiers “Geschichte vom Brandner Kaspar“, in dem Herbig als Boandlkramer die Sense des Todes schwingt. In Synchronkabinen können Besucher Filmdialoge nachsprechen oder auf einer Drehbühne in “(T)Raumschiff Surprise“ mitspielen. Ein Bereich ist Herbigs aktuellen Projekten gewidmet, derzeit Leander Haußmanns “Hotel Lux“. Nur “Wickie“ kommt kaum vor - Schiff und Häuser stehen anderswo in der Filmstadt.

Ein Höhepunkt für Bullyfans: Ein Nachbau seines Kinderzimmers aus den 1970er Jahren mit Playmobilindianern, Schlümpfen und Bravo-Starschnitten an der Wand. Vieles stammt von Herbig selbst. “Gut, dass ich die letzten 30 Jahre nix weggeworfen habe. Ich wusste, dass ich mein altes Kinderzimmer noch mal brauchen kann“, scherzt der 43-Jährige.

Dass die Hommage an einen so jungen, aktiven Filmemacher seltsam anmuten könnte, findet der Leiter der Bavaria Filmstadt, Nico Rössler, nicht. Herbig habe sich das allein durch seine vielen Preise verdient. “Es ist ja nur eine Erweiterung dessen, was der Bully im Kino und im Radio schon gemacht hat, nämlich Comedy und Unterhaltung, aber jetzt zum Anfassen“, sagt Rössler, der das Bullyversum mit entwickelt hat. Ihm ist wichtig, dass die Menschen dort auch etwas über Film an sich erfahren - von Maske, Kostüm und Requisite bis zu Animation und Spezialeffekten. 250 000 Besucher erhofft sich Rössler bis Jahresende, vielleicht noch mehr. Gleichzeitig bedauert er das Aus für die Stuntshow.

Vom kritisch beäugten Jungfilmer zum Held eines Mikro-Kosmos in nur zehn Jahren. Könnte man da nicht doch die Bodenhaftung verlieren bei so viel Ehrerbietung? “Der Name Bullyversum stammt zum Glück nicht von mir“, klärt Herbig auf. “Ich würde mich dann, glaube ich, fast für größenwahnsinnig halten.“

dpa

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