+
Christian Wulff

Bundespresseball: Tanzen gegen den Terror

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière haben beim Bundespresseball abgesagt. Angesichts der Terrorwarnungen wurden die ohnehin strengen Sicherheitsmaßnahmen noch einmal verstärkt.

Die wichtigsten Vertreter aus Angela Merkels Regierungsmannschaft fehlen beim diesjährigen Bundespresseball. Stattdessen werden am Freitagabend wohl uniformierte Polizisten auf der Straße und festlich gekleidete Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes im Saal die Zahl der Feiernden ergänzen. Offiziell gibt es zwar keine Bestätigung für zusätzliche Schutzmaßnahmen angesichts der Terrorwarnungen, aber die schon übliche Sicherheitsstufe 1 wird den jeweiligen Bedingungen angepasst, heißt es. Dass die 2500 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft sich im Berliner Hotel Interconti vom Feiern abhalten lassen, ist allerdings kaum zu befürchten.

Wichtigster Vertreter der Politik ist Bundespräsident Christian Wulff, der seine Premiere als Staatsoberhaupt beim Ball feiern kann und traditionell um 20.00 Uhr den Eröffnungswalzer tanzt. Sonst wollen offenbar vor allem die kleineren Parteien Präsenz zeigen. Die FDP-Minister Rainer Brüderle (Wirtschaft), Philipp Rösler (Gesundheit) und Dirk Niebel (Entwicklung) haben sich ebenso angesagt wie fast die ganze Führungsriege der Grünen mit den Parteichefs Claudia Roth und Cem Özdemir sowie der künftigen Berliner Spitzenkandidatin Renate Künast. Ihr Kontrahent, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), meidet dagegen den direkten Vergleich auf der Tanzfläche und kommt nicht.

Das sind Deutschlands bestgekleidete Politiker

Das sind Deutschlands bestgekleidete Politiker

Gewöhnungsbedürftig ist für viele langjährige Gäste die Dekoration des großen Ballsaals, der wie im Stil eines Gothic-Clubs komplett in schwarz gehalten ist. Selbst Stühle, Tischdecken und Servietten sind schwarz, nur die Hände der weiblichen Kellnerinnen stecken in goldenen Handschuhen.

Sternekoch Thomas Kammeier lässt für 900 Gäste an den Tischen 450 kleine Enten, begleitet von Jakobsmuscheln und Heilbutt, servieren. “Wir haben vier Fließbänder in der Küche an denen die Mannschaften stehen und dann muss es sehr schnell und sehr präzise gehen“, berichtet er. Sonderwünsche werden ebenfalls erfüllt, wenn sie rechtzeitig angemeldet werden. “Vegetarier, Veganer, Lactose-Intoleranz hatten wir alles schon.“

Die Flaniergäste müssen sich mit Buffets begnügen - auf denen allerdings Sushi, Austern, Thunfisch oder vielfarbiges Risotto ausgegeben werden. Für Liebhaber der eher traditionellen deutschen Küche gibt es eine Kohltheke mit Weißkraut, Kohlwickeln, Wirsing und Spitzkohl, aufgepeppt mit Zitronengras, Limonenblättern oder Litchi. Und um Mitternacht werden traditionell hunderte Berliner Currywürste unter den Journalisten, Abgeordneten, Konzernchefs oder Chefredakteuren verteilt.

Für das musikalische Highlight soll die Berliner Erfolgsband Ich + Ich sorgen, deren Lieder wie “Vom selben Stern“, “So soll es bleiben“ oder “Dienen“ auch zerstrittenen Koalitionen durch schwere Zeiten helfen könnten.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Boris Becker bekräftigt: Diplomatenpass ist echt
London (dpa) - Ex-Tennis-Star Boris Becker besteht auf der Echtheit seines Diplomatenpasses aus der Zentralafrikanischen Republik. Zuvor hatten Vertreter des Landes von …
Boris Becker bekräftigt: Diplomatenpass ist echt
Schon wieder ein neues Elvis-Album - diesmal mit seiner Tochter
Elvis Presley bringt ein neues Album auf dem Markt – Duette mit seiner Tochter.
Schon wieder ein neues Elvis-Album - diesmal mit seiner Tochter
Rock-Giganten Rolling Stones begeistern Generationen
Die Stars der legendären Rockband Rolling Stones sind über 70 Jahre alt. Trotzdem füllen sie bei ihren Konzerten noch immer Stadien mit Zehntausenden - und die sind …
Rock-Giganten Rolling Stones begeistern Generationen
J.Lo twittert gegen Trumps Gräueltaten
Jennifer Lopez ist fuchsteufelswild über die Praktiken der US-Einwanderungsbehörden und kritisiert Donald Trump heftig.
J.Lo twittert gegen Trumps Gräueltaten

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.