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Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit heftete Schauspieler Manfred Krug das Bundesverdienstkreuz an.

Ausgezeichneter Schauspieler

Bundesverdienstkreuz für Manfred Krug

Berlin - Für ihn war es eine „wunderschöne Streicheleinheit“: Der Schauspieler Manfred Krug (76) ist am Montag mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

„Da hat man etwas, was man den Kindern zeigen kann und den Enkeln“, sagte Krug bei der Verleihung im Roten Rathaus in Berlin. Eigentlich sei die Ordens-Verleihung rund um Krugs 75. Geburtstag geplant gewesen, was gesundheitlich nicht gegangen sei, so Klaus Wowereit (SPD). Berlins Regierender Bürgermeister würdigte den Schauspieler, Autor und Musiker als Multitalent und auch für sein „Schicksal, den Mund nicht halten zu können“.

Der gebürtige Duisburger kam 1949 als Kind in die DDR. 1977 ging er nach seinem Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann wieder in den Westen. Er sei sehr schnell zu einem gesamtdeutschen Künstler geworden, sagte Wowereit. „Manfred Krug hat sich immer engagiert.“ Es sei mehr als berechtigt, dass die Bundesrepublik Deutschland „Danke“ sage für sein Schaffen.

"Schauspielerei reizt nicht mehr"

Zuletzt war es still geworden um den in Ost wie West erfolgreichen Schauspieler („Die Spur der Steine“, „Liebling Kreuzberg“, „Tatort“). Krug hatte sich anders als viele Kollegen mit dem Rentenalter aus dem Geschäft zurückgezogen.

Er kann anscheinend gut ohne seinen Beruf leben. Es reize ihn „überhaupt nicht“, einmal wieder vor der Kamera zu stehen, sagte Krug der Nachrichtenagentur dpa am Rande der Verleihung. „Ich habe gedacht, es wird furchtbar. Aber das ist bei mir nicht eingetreten.“ Früher sei er „nachts auf und ab getrampelt“, um irgendeinen Text zu lernen. Es sei wunderschön so wie es sei, so Krug. „Ich habe nichts zu jammern.“

Vom heutigen Fernsehprogramm hält der einstige NDR-„Tatort“-Kommissar nicht viel. Das sei „dünn, fadenscheiniger, wässeriger“ als früher. Dass er kein Fan aktueller deutscher Kinoproduktionen ist, hatte er bereits an seinem 75. Geburtstag angemerkt.

dpa

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