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US-Schauspielerin Carrie Fisher beim Interview mit tz-Hollywood-Reporter Dierk Sindermann. Rechts ist ihre Dogge Gary zu sehen.

Das letzte tz-Interview des "Star-Wars"-Stars

Carrie Fisher: Ihr Hund war an ihrer Seite, als sie starb

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Los Angeles - Möge die Macht mit ihr sein: Carrie Fisher (60) ist tot. Als sie starb, war sie nicht allein. Ihre französische Bulldogge Gary lag auf ihrem Krankenbett.

"Ich habe ihn mehr im Fernsehen gesehen als auf dem Planeten." So machte sich Carrie Fisher in ihrem letzten Interview mit US-Korrespondent Dierk Sindermann über das Verhältnis zu ihrem Vater Eddie Fisher lustig. Galgenhumor war der Trick, mit dem sie die Dramen in ihrem Leben überstand. Ihre nur ein Jahr lange Ehe mit Paul Simon fasste sie in die Kurzform: “Schöne Hochzeit, schlechte Ehe.” Auch bei ihrem letzten Interview zum Start von “Star Wars: Das Erwachen der Macht” machte die 60-Jährige sich ständig über sich selbst lustig – wenn sie nicht damit beschäftigt war, wie in alten Prinzessin Leia-Zeiten zu flirten. Nun ist die Frau, die auf ewig Prinzessin Leia bleiben wird, gestorben. Als sie starb, war sie nicht allein: Ihre Dogge Gary war an ihrer Seite. Weltweit trauern Fans und Promis gleichermaßen und sind wie betäubt.

Carrie Fisher: Ihr letztes Interview

Das Bild von Prinzessin Leia im Sexy-Sklavin-Outfit ist zum Teil der Pop-Kultur geworden…

Carrie Fisher:…ich kann Sie beruhigen. Ich trage keinen silbernen Bikini und habe einen neuen Haarschnitt. Der erinnert mich ein bisschen an den Arsch eines Pavians.

Erkennt man Sie denn überhaupt wieder?

CF: Sie erkennen MICH wieder. Ich bin gealtert und mein Gesicht ist ein bisschen dahin geschmolzen. Auch wegen dieser blöden High Definition Kameras, wo man jede Falte sieht. Bei Leia geht alles etwas langsamer und dem Alter angemessen. Es wäre ja auch sehr merkwürdig, wenn ich energiegeladen und frech wie ein Teenager daherkommen würde.

Klingt so, als würden Sie mit dem Älterwerden Probleme haben.

CF: Ja. Leider mag ich gar nicht, dass ich so alt aussehe wie ich bin. Ich würde alles dafür tun, um jünger auszusehen. Alles außer mich unters Messer zu legen und hinterher wie ein Fisch mit Kiemen auszuschauen.

Bei vielen Frauen in Hollywood dreht sich oft alles ums gute Aussehen.

CF: Wissen Sie, ich schaue mir auch gerne attraktive Leute an. Es ist traurig, aber es fühlt sich gut an, ein schönes, symmetrisches Gesicht vor sich zu sehen. Babys finden das genau so gut. Nur warum sollte man für gutes Aussehen gefeiert werden? Als ob man was dafür könnte, dass gut aussehenden Eltern Sex hatten und dann ein gutaussehendes Baby bekamen. (Zögert) Wobei meine Eltern sahen auch sehr gut aus und hatten Sex…beim Rest ist was schief gegangen.

Jetzt verkaufen Sie sich aber unter Wert!

CF: Mein Äußeres und ich sind keine Freunde mehr. Wir reden nicht mal mehr miteinander – besonders bei meinen Armen ist das Tischtuch zerschnitten. Ich habe noch nie mein Aussehen wirklich gemocht. Und besonderes in letzter Zeit. Deshalb wollten die „Star Wars“- Produzenten auch nur ein Dreiviertel von mir anheuern.

Wie bitte?

CF: Ich habe abgespeckt. Aber das ich nichts Neues. Ich musste auch für meinen ersten Film 10 Pfund loswerden.

Carrie Fisher: "Da wäre ich doch dumm, wenn mich das nerven würde"

Nervt es Sie eigentlich, dass Sie seit den 70er-Jahren für alle aber immer nur Prinzessen Leia geblieben sind?

CF: Das wäre doch dumm, wenn mich das nerven würde. Die Fans waren immer fantastisch zu mir und die Rolle hat mir den Weg geebnet, andere tolle Projekte zu bekommen. Ich beschwere mich nicht.

Wie war es eigentlich, wieder zurück am „Star Wars“-Set zu sein?

CF: Wissen Sie, nichts sah mehr so aus wie damals. Das einzige, was mir noch bekannt vorkam, war Han Solos Millennium Falke.

Sie haben sich also nicht wie Zuhause gefühlt?

CF: Doch. Als ich zum ersten Mal Harrisons Fußschritte hörte, er um die Ecke kam und auf seine völlig un-enthusiastische Art meinte „Oh, Carrie ist auch hier“. Das war es plötzlich wieder wie früher. Mark (Hamill), Harrison und ich, wir sind wie Geschwister, die miteinander groß geworden sind. Wir haben unsere Connection nie verloren.

Privat gibt es auch Grund zum Gratulieren.

CF: Wofür?

Es wurde berichtet, dass Sie Oma geworden sind.

CF: Das habe ich auch gelesen. Ich war so unheimlich happy, weil ich nichts davon wusste. Ich habe meiner Tochter heute morgen gratuliert, dass sie das Geheimnis vor mir bewahrt hat – und wie toll ihre Figur schon wieder ist (lacht).

Wo wir schon bei Familie sind, Ihre Mutter Debbie Fisher wurde dieses Jahr mit dem Ehren-Oscar ausgezeichnet.

CF: Ja, es war fantastisch für sie, dass sie für ihr Lebenswerk geehrt wurde. Sie ist eine tolle, extrovertierte, witzige Frau. Sie hat mich am „Star Wars“-Set besucht und stand sofort im Mittelpunkt. Sie redet zu viel, bringt aber alle zum Lachen. Ich bin so stolz auf sie. Sie war vor gar nicht langer Zeit schwer krank, hat sich aber wieder aufgerappelt.

Carrie Fisher: "Wir sind seit 3 1/2 Jahren unzertrennlich"

Außer Tochter und Mutter, wer ist die wichtigste Person in Ihrem Leben?

CF: Gary. Wir sind seit 3 1/2 Jahren unzertrennlich. Er ist unheimlich interessant, klug und ein guter Tänzer.

Gary?

CF (lacht und zeigt nach unten): Mein Hund (eine französische Bulldogge).

Sie haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass Sie an bipolaren Störungen und Depressionen gelitten haben. In Ihren Memoiren haben sogar enthüllt, dass sie deswegen in Nervenkliniken waren. Wie geht es Ihnen heute?

CF: Was ist denn Ihr Eindruck?

Dass Sie sehr witzig und ausgeglichen sind.

CF: Genau so ist es. Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo es mir richtig gut geht und ich glücklich bin.

Dierk Sindermann

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