Chart-Skandal: Gracia-Titel ausgeschlossen

- Berlin - Zum ersten Mal in der 28-jährigen Geschichte in der Hitparade von media control sind Songs für drei Monate aus den Charts ausgeschlossen worden.

<P>Unter den sechs betroffenen Music-CDs ist auch der Grand-Prix-Titel von Gracia. Diese Strafmaßnahme gab der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft in Berlin bekannt. Einige der CDs waren schon zuvor mit einer dreiwöchigen Sperre belegt worden.</P><P>"Der Verdacht auf Charts-Manipulationen hat sich nach intensiver Prüfung durch die Phonoverbände und media control bestätigt", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, Gerd Gebhardt. "Ich bin über 30 Jahre in dieser Branche und habe so etwas noch nicht erlebt." Auch der geschäftsführende Gesellschafter von media control, Karlheinz Kögel, sprach vom "schwersten Fall einer gezielten Manipulation".</P><P>Nach den Erfahrungen der Musikbranche bedeutet die dreimonatige Sperre das Aus für die Titel im Verkaufsgeschäft, da sie für Käufer nicht mehr präsent sind. Gesperrt werden die Singles "Run and Hide" von Gracia, "I Know" und "Blue Tattoo" von Vanilla Ninja, "Heaven Is A Place On Earth" von Virus Incorporation sowie die beiden Alben "Blue Tattoo" und "Traces Of Sadness" von Vanilla Ninja.</P><P>Über die Sperre der Titel hinaus muss Produzent Brandes seine Produkte künftig "im Rahmen einer besonderen Prüfroutine" für die Ermittlung der Charts anmelden, wofür er Extrakosten von 600 Euro pro Titel bezahlen muss.</P><P>Für Verbandsgeschäftsführer Peter Zombik gibt es keine Belege dafür, dass die Künstler an den Manipulationen beteiligt waren. Der Grand-Prix-Titel Gracias habe in der Woche vor dem deutschen Vorentscheid auf Platz 20 gestanden und wäre seiner Einschätzung nach vermutlich auf Platz 5 vorgerückt, wenn media control nach dem Erkennen der Manipulationen nicht eingegriffen hätte.</P><P>"Der Produzent hat jetzt auch Zeit zum Nachdenken", sagte Gebhardt. "Natürlich trifft das auch die Künstler, das bedauern wir, aber das müssen sie mit ihren Produzenten ausmachen. Es gibt aber keinen Fall Gracia, sondern nur einen Fall Brandes." Auch pauschale Vorwürfe des Produzenten gegen die gesamte Branche seien haltlos. Erste Auffälligkeiten bei der Charts-Ermittlung stellte media control bereits im Spätsommer vergangenen Jahres fest. Die Auffälligkeiten betrafen insbesondere Titel von Gracia und Vanilla Ninja.</P><P>Der Phonoverband stellte ausdrücklich fest, dass das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Lörrach gegen Brandes wegen des Verdachts des Betrugs und der Untreue nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen der Charts steht.</P>

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