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Bizarrer Auftritt von Clint Eastwood

Beim US-Republikaner-Parteitag

Clint Eastwood spricht mit leerem Stuhl

Tampa - Beim Parteitag der US-Republikaner wagt Hollywood-Ikone Clint Eastwood als Überraschungsgast einen bizarren Auftritt, der viele belustigt, verstört oder ratlos zurücklässt.

Clint Eastwood ist der „Überraschungsgast“ beim Parteitag der US-Republikaner, über den tagelang gerätselt wurde. Der Filmstar bekommt die beste Sendezeit, nur kurz vor der großen Rede von Mitt Romney darf er auf die Bühne. Die Spannung könnte kaum größer sein. Schon als er große alte Mann im Rampenlicht erscheint, bricht tosender Beifall los. „Danke, lasst noch etwas für Mitt übrig.“ Das klingt cool. Doch was sofort auffällt: Die Stimme des 82-Jährigen ist dünn und brüchig geworden.

Ein gewagter Auftritt: Der Mann, der sein Leben lang als unbarmherziger Rächer in Italo-Western („Für eine Handvoll Dollar“) oder als knallharten Polizist („Dirty Harry“) Furore machte, liefert einen Sketch, ein „Gespräch mit einem leeren Stuhl“, auf dem der unsichtbare Barack Obama sitzen soll.

„Mr. President, wie halten Sie es mit Ihren Versprechen, die Sie nicht gehalten haben?“, fragt der sichtlich gealterte Eastwood. „Ich war zwar kein großer Unterstützer von Obama... Aber es haben alle geweint. Oprah (Winfrey) hat geweint. Auch ich habe etwas geweint.“ Er habe nicht mehr so geweint, bis er erfahren habe, dass es in Amerika 23 Millionen Arbeitslose gibt. „Das ist ein echter Grund zu weinen... Das ist eine nationale Schande. Vielleicht ist es einfach Zeit, dass ein anderer kommt und die Probleme löst.“ Die Zuhörer in Tampa reißt es förmlich von den Stühlen.

Doch manche fragen sich, ob sich der Ex-Western-Star nicht schlichtweg im Genre vertan hat. Ironie und Witz, Slapstick und Komik waren bisher nicht gerade sein Metier gewesen. Meint der bekennende Republikaner es ernst, oder ist alles nur Spaß, fragen sich viele. „Kritiker heben die Augenbrauen“, kommentiert CNN - selbst etwas lehrmeisterlich.

Vor allem in der Twitterszene ist die Erregung groß. So meint etwa Larry Sabato von der University of Virginia's Center for Politics laut CNN in einem Tweet: „Ich würde mich besser fühlen, wenn ich sicher wüsste, dass Clint nicht jemand auf dem Stuhl sitzen sieht.“

Tatsächlich, streckenweise scheint es, als verliere sich Eastwood in seinen Sätzen, er verhaspelt sich, er vernuschelt die Worte. „Eine Schande für den alten Mann“, heißt es in einer anderen Twitter-Botschaft. Ist Eastwood schlichtweg ein bisschen alt geworden für solche Abenteuer?

Doch der Parteitag lacht, dass sich die Balken biegen. Kein Zweifel: Auch an seinem vielleicht nicht besten Tag bringt der Star, der mit seinem Republikaner-Drall eine Rarität im „linken Hollywood“ ist, noch einiges zustande. „Was meinen Sie mit 'Halt den Mund', Mr. President“, raunzt er den unsichtbaren Präsidenten an. „Ich rede jetzt.“

Und zum Schluss noch eine Pointe unter die Gürtellinie: „Was meinen Sie, soll ich Romney sagen?“ Und dann, nach kurzer Pause: „Nein, ich kann ihm nicht sagen, dass er sich das selbst machen soll...“ Ganz Amerika weiß, das etwas Unanständiges gemeint war. Der Saal brüllt vor Lachen. Politisch korrekt ist das nicht. Doch das war Clint Eastwood immer schon egal.

dpa

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