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Cocktail-Kleid von Audrey Hepburn für über 600 000 Euro versteigert

- London - Eines der berühmtesten Kleidungsstücke der Filmgeschichte war es schon längst. Jetzt ist es auch das teuerste: Für 410 000 britische Pfund (rund 607 000 Euro) ist in London das legendäre Cocktail-Kleid von Audrey Hepburn (1929-1993) aus dem Hollywood-Klassiker "Frühstück bei Tiffany" versteigert worden.

Hinzu kommen noch umgerechnet 85 000 Euro an Auktionsgebühren. Teurer war nach Angaben des Auktionshauses Christie's ein Bühnenkostüm noch nie. Immerhin: Die langen schwarzen Handschuhe gab es so mit dazu.

Das 45 Jahre alte "Kleine Schwarze" - selbst wenn es bei strenger Auslegung der Moderegeln nicht einmal ein solches ist - trug wesentlich dazu bei, dass Hepburn heute noch als Stil-Ikone gilt. Wie fast all ihre Filmkleider war es eine Kreation des französischen Modeschöpfers Hubert Givenchy, dem es bis vor einer Weile auch noch gehörte. Zuletzt war es im Besitz des französischen Schriftstellers Dominique Lapierre ("Brennt Paris?").

Die gebürtige Belgierin, die eigentlich Edda van Heemstra Hepburn- Ruston hieß, hatte in ihren Filmverträgen eine Passage, wonach all ihre Kostüme von Givenchy kreiert werden mussten. "Ich bin von Givenchy abhängig wie amerikanische Frauen von ihrem Psychiater", sagte die Schauspielerin einmal. Also durfte der Franzose auch die Kleider für "Frühstück bei Tiffany" entwerfen, die Verfilmung einer bitter-süßen Liebesgeschichte von Truman Capote.

Das schwarze Kleid spielt gleich in der Eingangsszene eine wichtige Rolle. Darin steigt Hepburn - im Film Holly Golightly - nach einer langen Nacht frühmorgens aus einem New Yorker Taxi, schlendert die Fifth Avenue entlang und bleibt an den Schaufenstern des Edel- Juweliers Tiffany hängen. Dort nimmt sie, stets die Juwelen im Blick, ihr Frühstück aus einer Papiertüte zu sich.

Der "Audrey-Stil" wurde zum Vorbild von Millionen Frauen in der ganzen Welt. Erst in diesem Sommer, 13 Jahre nach ihrem Tod, wurde Hepburn von den Leserinnen einer britischen Frauenzeitschrift zur "schönsten Frau aller Zeiten" gewählt. Allerdings ist es auch mit besten Mitteln nicht ganz einfach, an die Stil-Ikone heranzukommen. Der jungen Dame zum Beispiel, die das legendäre Kleid am Dienstag im Auktionshaus Christie's präsentierte, war es offensichtlich zu eng.

Wer der neue Besitzer ist, wusste zunächst kaum jemand. Den Zuschlag bekam ein anonymer Bieter, der übers Telefon dabei war. Fest steht jedoch, was aus den mehr als 600 000 Euro werden soll. Das Geld wird der Stiftung "City of Joy Aid" zu Gute kommen, die sich für arme Menschen in Indien einsetzt. Kein schlechter Verwendungszweck für den Versteigerungserlös eines solch luxuriösen Kleidungsstücks.

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