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Costa Cordalis präsentiert seine Autobiographie "Der Himmel muss warten".

Autobiographie des Schlagersängers

Cordalis: "Traue in dieser Branche niemandem"

Hamburg - 70 Jahre alt wurde Costa Cordalis vor kurzem - jetzt veröffentlicht er seine Autobiografie. Der Schlagersänger und „Dschungelkönig“ erzählt Anekdötchen aus seinem Leben.

Vom Schlagererfolg mit „Anita“ über seinen Sieg als Deutschlands erster „Dschungelkönig“ bis hin zu Botox-Spekulationen um sein „Vollmondgesicht“: Costa Cordalis hat sich und seinen Fans kurz nach seinem 70. Geburtstag eine Autobiografie geschenkt, in der er auf so manche Schlagzeilen rund um seine Person eingeht. „Der Himmel muss warten“ heißt das Buch, das er am Mittwoch in Hamburg vorstellte und am Freitag (23. Mai) erscheinen soll.

Schon seit Jahren habe er sich mit dem Gedanken beschäftigt, seine Lebenserfahrungen aufzuschreiben, sagte Cordalis. Durch das Buch habe seine Familie viel Neues über ihn erfahren, meinte der Sänger, der 1963 mit 19 Jahren aus Griechenland nach Deutschland kam. Seine Ehefrau Ingrid, die ebenso wie Sohn Lucas anwesend war, bestätigte: „Ich habe Costa ganz neu kennengelernt.“ Der Buchtitel spiele auf seinen Wunsch an, über 100 Jahre alt zu werden, sagte Cordalis, der sich „kerngesund“ fühlt und keine Medikamente mehr gegen Rückenleiden nehmen müsse. Gerade diese hatten Spekulationen ausgelöst.

„In der Boulevardpresse muss ich mich ständig gegen irgendwelche Anfeindungen wehren“, schreibt Cordalis in dem Buch, das er gemeinsam mit Stefan Alberti von der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ verfasste. „Mein Aussehen wird als schäbiges Resultat von misslungenen Schönheitsoperationen mit Botox präsentiert.“ Dabei sei jenes für Schlagzeilen sorgende „Vollmondgesicht“, wie er selbst es nennt, die Folge einer langen Cortisonbehandlung wegen einer Rückenerkrankung gewesen. Allenfalls mit Hyaluronsäue sei er gegen Fältchen und Krähenfüße vorgegangen - „nicht mehr und nicht weniger“.

Zufriedener fällt sein Rückblick auf die RTL-„Dschungelshow“ aus. In deren erster Staffel holte er sich 2004 die Krone - und wurde so zum Dauergast in weiteren TV-Sendungen. „Ein Paket mit Folgeaufträgen und Auftritten, das mir rund eine halbe Million Euro in die Kasse spült“, berichtet „König Costa“. „Da soll jeder über das Dschungelcamp denken, was er will. Auf solche Summen verzichtet kein Künstler gerne.“ Die 40 000 Euro Antrittsgage habe er gespendet, mit der Teilnahme allerdings seine Ehe gefährdet. Ehefrau Ingrid drohte mit Scheidung.

Mehr als 45 Jahre ist das Paar verheiratet - und Cordalis ein „treuer Ehemann mit Groupie-Erfahrung“. Auch er, der als Sänger mit halboffenem Hemd, vollem Brusthaar und schulterlangen schwarzen Locken zum Frauenschwarm wurde, habe seine Erfahrungen mit besonders hartnäckigen weiblichen Fans gemacht. Auf einer Kreuzfahrt etwa habe plötzlich ein Schweizerin „splitternackt und zu allem bereit“ in seinem Bett gelegen, eine andere Verehrerin sei mit gepackten Koffern gleich zu seinem Haus gekommen, um dort einzuziehen.

Einige Musiker sammelten nach Konzerten „die willigen und an den Hotels wartenden Damen ein wie reife Äpfel“ - für ihn gelte das nicht. „Wie sagen die Deutschen noch so schön: Appetit holen ja, aber gegessen wird zu Hause. Das ist auch mein Motto als Grieche“, schreibt er. Auf 128 Seiten erzählt der Sänger in kurzen Kapiteln, denen noch einmal zahlreiche Fotos folgen, auch über seine Kindheit und Jugend in Griechenland, seine Anfänge in Deutschland als Alleinunterhalter in einer Bar im Frankfurter Rotlichtmilieu, bevor er Anfang der 70er Jahre die ersten Schlagererfolge feierte.

In der DDR war er dabei schon lange vor „Anita“ (1976/77) als Stargast gefragt. Seine Gagen in Millionenhöhe („Millionen von Ostmark, mit denen ich im Westen nichts anfangen konnte“) ließ er auf einer DDR-Bank, wie er im Buch erzählt. Eigens für die westdeutschen Showstars wurden im Osten Dinge angefertigt, die die Künstler vor Ort mit ihren Gagen kaufen können: „Antiquitäten, Bilder, Pianos.“

Auch seinen späteren finanziellen Problemen ist ein Kapitel gewidmet, ebenso „Heucheleien hier, Heucheleien dort“ in seinem Business. „Es gibt außerhalb meiner Familie in dieser Branche keinen Menschen, dem ich zu 100 Prozent vertrauen würde.“

dpa

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