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Dolores O'Riordan steht am 01.05.2017 in Breslau (Polen) auf der Bühne.

Hotelangestellte fanden sie

Cranberries-Sängerin: So schätzt Scotland Yard ihren Tod ein

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Nach dem Tod der Cranberries-Sängerin Dolores O'Riordan sind weiterhin viele Fragen offen. Inzwischen hat sich auch Scotland Yard geäußert.

London - Die Polizei in London geht beim unerwarteten Tod der Cranberries-Sängerin Dolores O'Riordan nicht von einem Verbrechen aus. Die 46-Jährige wurde am Montag in einem Hotel in der britischen Hauptstadt leblos aufgefunden. Der Fall werde aber als „nicht verdächtig“ behandelt, teilte Scotland Yard am Dienstag mit. Die Todesursache solle nun von der zuständigen Behörde ermittelt werden.

Wie mehrere Hotelansgestellte laut Daily Mail berichten, sei O‘Riordan im Badezimmer aufgefunden worden. „Ich glaube, es waren die Putzkräfte, die reingegangen sind, weil keine Aktivitäten im Flur oder aus dem Raum zu vernehmen waren. Sie haben nicht gesagt, wie sie sie gefunden haben, das wurde geheim gehalten“, wird ein Angestellter zitiert.

Bei der Irish Sun kommt eine nicht näher genannte Quelle zu Wort, die erklärt, dass „in den nächsten Tagen“ die Autopsie stattfinden werde. Das Todesrätsel könnte also bis zum Wochenende gelöst sein.

Die irische Band The Cranberries hatte sich von dem plötzlichen Tod ihrer Frontfrau geschockt gezeigt. „Wir sind am Boden zerstört angesichts des Todes unserer Freundin Dolores. Sie war ein außergewöhnliches Talent und wir fühlen uns sehr privilegiert, von 1989 an Teil ihres Lebens gewesen zu sein, als wir die Cranberries gründeten“, hieß es in einer Mitteilung der Gruppe am Montagabend auf Twitter. Die Welt habe eine „echte Künstlerin“ verloren.

O'Riordan war nach Angaben ihres Managements für Aufnahmen in die britische Hauptstadt gekommen. Der Metal-Band Bad Wolves zufolge wollte die 46-Jährige gemeinsam mit der Gruppe eine neue Version ihres größten Hits „Zombie“ aufnehmen.

„Zombie“ war ihr größter Hit

Die Cranberries aus der beschaulichen irischen Hafenstadt Limerick verkauften in den 90er Jahren weltweit Millionen Tonträger. Das Lied „Zombie“ aus dem Jahr 1994 blieb vor allem wegen O'Riordans Gesangs („In your head, in your head / zombie, zombie“) ein Ohrwurm.

In dem Song geht es um den jahrzehntelangen blutigen Nordirlandkonflikt, der im selben Jahr mit einem Waffenstillstand ein vorläufiges Ende fand. Die wehklagende Stimme O'Riordans schien nicht nur auf der von der Gewalt zermürbten irischen Insel einen Nerv zu treffen.

Irlands Regierungschef Leo Varadkar würdigte O'Riordan als „Stimme einer Generation“. „Für jeden, der in den 90ern in Irland aufgewachsen ist, waren die Cranberries eine Kult-Band, die die Lebensangst der Teenager-Jahre auffing“, sagte Varadkar einer Mitteilung zufolge.

Bereits am Montag hatte Irlands Präsident Michael D. Higgins mitgeteilt, O'Riordans Tod sei ein „großer Verlust“ für alle, die „irische Musik, irische Musiker und die darstellenden Künste begleiten und unterstützen“.

„Sie hatte die erstaunlichste Stimme und Präsenz“

„Sie hatte die erstaunlichste Stimme und Präsenz. Ich bin so traurig, zu hören, dass sie gestorben ist“, schrieb der aus Großbritannien stammende US-Talkshow-Moderator James Corden auf Twitter.

„Wir sind bedrückt, die Nachrichten vom Tod Dolores O'Riordans zu hören. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie in dieser schrecklichen Zeit“, teilte die englische Pop-Band Duran Duran mit.

Die Karriere der Cranberries begann Anfang der 90er Jahre mit dem Song „Dreams“. Mit dem zweiten, mehrfach mit Platin ausgezeichneten Album „No need to argue“ und der Single-Auskopplung „Zombie“ gelang den vier Musikern der internationale Durchbruch.

Im Jahr 2003 kündigten die Cranberries an, eine Pause einzulegen. O'Riordan verfolgte verschiedene Solo-Projekte, bevor sie sich 2009 wieder mit den anderen Mitgliedern zusammentat. 2012 erschien das Album „Roses“, im April vergangenen Jahres veröffentlichte die Band ihre jüngste Platte „Something Else“.

Eine geplante Tournee musste die Band aber wegen Rückenproblemen O'Riordans kurzfristig absagen. Das schien sich zu Ende des Jahres gelegt zu haben. Noch kurz vor Weihnachten teilte die Sängerin auf der Facebook-Seite der Band mit, wie sehr ihr das Auftreten Freude mache. „Fühle mich gut!“, schrieb sie. Sie hinterlässt drei Kinder.

dpa/lin

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