Von Cruise bis Kidman: Drehort Berlin bei Hollywoodstars beliebt

Berlin - Abgesperrte Straßen, streng blickende Bodyguards und verzückte Fans. Wenn Hollywoodstars das Berliner Pflaster betreten, herrscht in der Stadt für kurze Zeit der Ausnahmezustand. Dabei sollten sich die Berliner langsam an die Präsenz der amerikanischen Filmprominenz gewöhnt haben.

Immer mehr Zugpferde der großen Hollywoodstudios bleiben nämlich länger als für eine Nacht und eine Filmpremiere in der Stadt. Im abgelaufenen Jahr wurden nach Angaben des Senats 11 große nationale und internationale Spielfilme an verschiedenen Orten in Berlin und in den Babelsberger Filmstudios gedreht - unter anderem mit Tom Cruise, Bruce Willis, Jodie Foster, Robert Redford oder Rene Zellweger.

Das meiste Aufsehen erregte dabei zweifellos Cruise, der als Claus Schenk Graf von Stauffenberg für "Valkyrie" vor der Kamera stand. Die zunächst nicht erteilte Drehgenehmigung für den Hinrichtungsort des Hitler-Attentäters im Bendlerblock, ein Unfall mit Komparsen, durch einen "Materialfehler" unbrauchbar gewordene Filmszenen und nicht zuletzt die Debatte um Cruises Bekenntnis zu Scientology brachten das Projekt immer wieder in die Schlagzeilen.

Als erster Hollywoodstar des Jahres 2008 wird am 7. Januar Will Smith erwartet, um die Deutschlandpremiere des Endzeitthrillers "I am Legend" zu feiern. Mehr als eine Stippvisite macht Ende Januar Nicole Kidman in Berlin. Sie kommt zu den Dreharbeiten von "Der Vorleser" nach dem Bestseller von Bernhard Schlink. Dafür macht Kidman im Februar auch Station in Köln. Der britische Regisseur Stephen Daldry ("The Hours", "Billy Elliot") hat neben der US-Darstellerin den erst 17-jährigen deutschen Schauspieler David Kross ("Knallhart", "Krabat") verpflichtet. Er spielt einen 15-jährigen Jungen, der sich im Nachkriegsdeutschland in die deutlich ältere Hannah Schmitz mit NS-Vergangenheit, gespielt von Kidman, verliebt.

Ebenfalls im Januar soll nach einem Bericht der Berliner Boulevardzeitung "B.Z." Hollywoodschauspieler Tom Hanks nach Berlin kommen. Nachdem er vor drei Jahren die Rechte an der Lebensgeschichte des Sängers Dean Reed gekauft habe, starte er nun mit den Dreharbeiten zu dem Film mit dem Titel "Comrad Rockstar".

Der deutsche Regisseur Tom Tykwer holte für seinen Thriller "The International" Schauspieler Clive Owen ("Inside Man", "Children of Men") nach Babelsberg. In einer früheren Lokomotiven-Fabrik, dem VEB Lokomotivbau Karl Marx, baute die Filmcrew dafür die berühmte Rotunde des Guggenheim-Museums in New York nach. Naomi Watts ("King Kong") spielt die weibliche Hauptrolle in dem Actiondrama um einen Interpol-Ermittler und eine US-Staatsanwältin, die einer weltweit operierenden, korrupten Bank auf der Spur sind. Ebenfalls in Babelsberg wird "Mr. Nobody" mit Diane Kruger ("Goodbye Bafana") und Jared Leto ("Lord of War", "Alexander") gedreht, ein Science-Fiction-Epos über eine Welt, in der alle Menschen unsterblich sind.

Nicht nur die attraktive Optik der deutschen Hauptstadt und die gute Ausstattung der Babelsberger Studios lockt die Filmemacher an. Über den Deutschen Filmförderfonds erhalten auch internationale Koproduktionen Fördergelder des Bundes. Das größte "Star-Aufgebot" des Jahres bieten im Februar aber erst einmal wieder die Internationalen Filmfestspiele Berlin. Die ersten Filme der 58. Berlinale (7. bis 17. Februar) stehen bereits fest: unter anderem mit und von Madonna, Daniel Day-Lewis, Ben Kingsley und John Malkovich.

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