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in "Spectre" lässt es Daniel Craig als James Bond wieder ordentlich krachen.

Interview

Daniel Craig: Darum stehen die Frauen auf James Bond

London - Der neue James-Bond-Thriller "Spectre" könnte Daniel Craigs letztes Mal als 007 sein. Hier lesen Sie das Interview mit Craig vor der Weltpremiere am Montag in London.

 

Update vom 27. Oktober: Warnung für alle 007-Fans, hier kommt ein Spoiler! Spielt Christoph Waltz im neuen James-Bond-Film "Spectre" den Oberschurken Blofeld? Die tz hat "Spectre" schon gesehen und verrät das Blofeld-Geheimnis.

Es heißt, Sie wollen nicht mehr länger „007“ sein. Was ist der Stand der Dinge?

Daniel Craig: Ich könnte Ihnen jetzt irgend einen Scheiß erzählen, aber die Wahrheit ist, dass ich wirklich noch keinen Plan habe. Ich habe zwei Jahre lang nur James Bond gegessen, getrunken und gedacht - quasi bis zur Premiere. Ich brauch jetzt wirklich erst einmal Abstand, will wieder nur ich sein. Und was die Zukunft bringt, weiß ich nicht.  

Wie sehr sind Sie zu Bond geworden – oder er zu Ihnen?

DC: Die Connection wurde mit jedem der vier Filme tiefer. Ich weiß noch, dass ich an „Casino Royale“ völlig unvoreingenommen rangegangen bin. Ohne Wertung habe ich alles auf mich zukommen lassen, habe befreit aufgespielt. Doch dann ist mit jedem Mal der Druck auf mich größer geworden, weil wir Erfolg hatten.  Und weil Leute wirklich angefangen haben, sich mit meinem 007 zu identifizieren. Ich wollte niemand enttäuschen und bin immer tiefer in ihn eingetaucht.

Wie würden Sie Ihren Bond beschreiben?

DC: Er ist sehr fokussiert auf das, was zu tun ist. Und er tanzt dabei nach seiner eigenen Pfeife. Er kann ein Gentleman sein und auch jemand, der sich um andere kümmert. Er ist kein reiner Egoist.

Und ein Mann, den die Frauen lieben.

DC: Aber nicht, weil er ein Gentleman ist. Er ist eher ein Frauenhasser, der schnell wieder weg ist. Frauen sind zu ihm hingezogen, weil von ihm eine Gefahr ausgeht, wie er ein Bad Boy ist, der sich nicht einfangen lässt.

Ihr Bond ist aber kein Superheld, sondern ein Mann, der seine emotionellen Wunden offen zeigt.

DC: Was für mich überhaupt erst die Voraussetzung war zuzusagen. Ich will keine Film-Figuren spielen, an denen alles abprallt. Ich finde so etwas sehr uninteressant. Ehrlicherweise kann ich auch nur Typen spielen, die Fehler haben. Ohne diesen Realismus könnte man mit den Zuschauern überhaupt keine tiefe Verbindung aufbauen. Die ist doch allein der Grund, warum sie dann wieder ins Kino kommen.

Ihr Bond wird immer wieder von seiner Vergangenheit eingeholt. Gibt es Dinge in Ihrer eigenen Vergangenheit, mit denen Sie heute noch konfrontiert werden? 

DC: Die einfache Antwort darauf ist, dass es niemanden ohne alte Verfehlungen gibt. Es nutzt gar nichts, seine Vergangenheit zu ignorieren oder gar vor ihr wegzulaufen. Ich lebe nun schon lange genug, um zu wissen, dass man immer wieder von eingeholt wird. Also stellt man sich besser.

Bond ist Action pur. Merken Sie mit 47, dass Ihnen die körperlich harten Szenen schwerer fallen als zuvor?

DC: Sie unterstellen mir jetzt aber nicht, dass ich zu alt bin, oder? (grinst). Ich gehe noch immer mit vollen Körpereinsatz an meine Rolle an. Ich kann gar nicht anders. Aber die Erholungszeiten sind länger als noch vor 10 Jahren. Auch wie ich mich vorbereite, hat sich verändert. Ich trainiere nur noch für ganz spezielle Szenen. Für andere reicht es, wenn sie mein Gesicht reinschneiden. Dann sieht es aussieht, als würde ich die ganze Zeit mitmischen. Das muss ich nicht mehr haben.

Bond hat Sie zum weltweiten Superstar gemacht. Wie sehr hat sich Ihr Leben seit 2006 verändert?

DC: In jeder Hinsicht. Das ist einfach unbeschreiblich. Aber ich bin nicht nur älter, sondern auch weiser geworden. Bond hat mir die Tür zu unglaublich tollen Dingen geöffnet. Als Schauspieler hat man die Ambition, mit den besten Leuten in der Branche zu arbeiten. Ich hätte niemals gedacht, in welch luftigen Höhen ich mich einmal befinden würde.

D. Sindermann

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