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Heino hat ein neues Album veröffentlicht

Rammstein trifft Troubadix

"Das verbotene Album" von Heino: Die CD-Kritik

München - Wegen seiner Cover-Versionen von Rammstein und Co. würden einige Fans Heino am liebsten schwarzbraun auf die Haselnuss geben. Wir haben "das verbotene Album" probegehört. Die CD-Kritik:

Wenn das die schwarze Barbara hört! Heino, der Troubadix des deutschen Schlagers („Nein, du wirst nicht singen!!“), der Schunkel-Finstermann aus Düsseldorf ist zurück aus der Gruft und bittet in den Rammstein-Stadl. Denn: An diesem Freitag kommt es raus, das verbotene Album.

Hier können Sie das Album anhören

Deutschland drückt den „Gefällt mir“-Button für den Mann mit der schwarzbraunen Haselnuss. Am Donnerstagmittag lag Mit freundlichen Grüßen, auf der Heino 13 legendäre deutsche Rock- und Punkhits von Die Ärzte bis Rammstein covert, bei iTunes schon auf Platz 6. Nur durch Vorbestellungen! Und wer die neue Heino hört, erlebt eine Schunkelprüfung zwischen Grusel und Begeisterung. Die Platte macht Spaß – man fürchtet sich aber auch stets davor, über welches Lieblingslied der gute Mann als Nächstes herfällt.

Wer Heino in seinen Punk-Wigwam folgt, merkt schnell: Der 74-Jährige nimmt keine Rücksicht auf musikalische Verluste. Er rappt, er rockt, er rollt – vor allem das „rrrrrrrrrr“. „Junge, warrrrum hast du nichts gelerrrrnt? Kuck dirrrr den Dieterrrr an, derrrr hat sogarrrr ein Auto“, zürnt er gleich zu Beginn im Ärzte-Cover Junge mit großväterlicher Strenge und gibt damit die Richtung vor. Der Bariton dröhnt furchteinflößend wie einst im Studio 1 der Berliner Union-Film, als der Enzian noch blau war. Die Musik dagegen klingt durchaus modern nach einem Mix aus Blasmusik und Punk, aus La Brass Banda und Dorthe Kollo. Ein ulkiger Kontrast!

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Danach folgen, hübsch swingend, das Haus am See von Peter Fox und eine schmissige Punkschlager-Version von Ein Kompliment der Sportfreunde Stiller. Einfach nur skurril, wenn Sportfreund Heino singt „Wenn man so will, bist du meine Chill-out-Area“ – und nicht wie gewohnt „In der dritten Hütte hab ich sie geküsst“.

Zu Rammsteins Sonne hat Heino nicht viel hinzuzufügen, denn finsterer als Till Lindemann kann nicht mal er von „Eins“ bis „Aus“ zählen. Hübsch dagegen eine Ernst-Mosch-inspirierte Version von Nenas Leuchtturm. „Ich geh mit dirrrr, wohin du willst, auch bis ans Ende dieserrrr Welt“, dröhnt Heino, doch die Frage bleibt: Will man das wirklich? Oder lieber doch nur bis zur zweiten Hütte, bevor es zu Übergriffen kommt?

Kult-Potenzial hat die Platte allemal. Als Sporties- oder Rammstein-Fan muss man aber auch schmerzresistent sein. Darf der das, der sinistre Schunkel-Zombie, der jahrzehntelang unangenehm Tümelndes wie Polenmädchen unters deutsche Volk gebracht hat? Ist die ganze Nummer nicht arg kalkuliert, auf Krawall gebürstet? Und will man die neue Heino tatsächlich öfter hören als nur einen amüsanten CD-Durchgang lang? Die Antwort kennt nur der blaue Enzian. Unterhaltsamer und frischer als so manch andere Schlagerplatte ist Mit freundlichen Grüßen aber allemal. Trotzdem: Karamba, karacho, jetzt bitte einen Whisky! Erschienen bei Sony.

Jörg Heinrich

 

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