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Quiz-Zampano: Günther Jauch diese Woche beim Prominenten-Special von „Wer wird Millionär?“.

Das denkt Günther Jauch wirklich über seine Kandidaten

Köln - Er ist der Märchenonkel der Nation. Und es gibt kaum ein Thema, zu dem Günther Jauch sich nicht äußern würde. Nur über sich selbst spricht er nicht so gerne. Vor Frankfurter Studenten hat er nun eine Ausnahme gemacht.

Wenn so einer wie Günther Jauch, 54, kommt, dann wird es eng. Und so drängen sich am Dienstagabend rund 1500 Studenten in das Audimax der Frankfurter Universität, das überfüllt zu nennen wohl noch eine Untertreibung wäre. Jauch ist Gast einer „Zeit Campus Talk“-Fragestunde, im Laufe der Veranstaltung wird er nicht nur seinen Brustbeutel und seinen fast 40 Jahre alten Moped-Führerschein zücken, sondern auch einen schmutzigen Witz erzählen, über seine kunterbunte Garderobe vergangener Tage reden – und Tricks für einen erfolgreichen Auftritt beim RTL-Quotenhit „Wer wird Millionär?“ verraten.

„Fast durchweg freundlich“ sind die eingereichten Fragen, die der „Zeit“-Chefredakteur und Moderator Giovanni di Lorenzo, dem Quiz-Zampano stellen darf. Wie wird man denn Kandidat für die Millionenfrage? „Das ist gar nicht so schwer“, meint Jauch, immerhin bekanntester deutscher TV-Geldbote. „Sie müssen eigentlich nur eine SMS oder eine Postkarte schreiben und ein bisschen Glück bei der Auswahl haben.“ Auch könne sich jeder bewerben, es gebe kein richtiges Casting. „Anders ist das eine oder andere, was da aufläuft, auch gar nicht zu erklären.“

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Einmal in Fahrt, verrät der Moderator sogar, dass ihm manch ein Kandidat so gar nicht in den Kram passt: „Es gibt auch wirklich langweilige Kandidaten. Diejenigen, die ewig zögern und zaudern und viel zu lange für eine Antwort benötigen.“ Außerdem sei es alles andere als „erotisch“, wenn der eine oder andere mit seinem gewonnenen Geld lediglich sein Einfamilienhaus abzahlen wolle. „Ich sinke dann immer ein bisschen in mich zusammen.“

Er sei immer wieder davon fasziniert, welche Kandidaten seine Redaktion ihm da auf den Stuhl setze. „Bei dem einen oder anderen Kandidaten möchte ich nicht laut loslachen, sondern laut schreien“, sagt Jauch. „Meine Schwiegermutter hat mal gesagt, das ist ja Gottes großer Zoo, der da aufläuft. Und genau so ist es.“

Seine schwerste Stunde in der langen TV-Karriere? „Als wir bei „Stern TV“ in den Neunzigerjahren auf mehrere gefälschte Beiträge des Journalisten Michael Born reingefallen sind und ich um den Ruf des Magazins fürchten musste.“ Hatte er eine wilde Zeit in den Sechzigerjahren? „Mein Foto mit dunkler Matte im Führerschein reichte aus, um bei meinen Tanten die Besorgnis auszulösen, was aus dem Jungen bloß werden soll“, erzählt Jauch, kramt einen alten Brustbeutel aus der Hosentasche und zeigt den staunenden Studenten seinen fledderigen Moped-Führerschein, den er als 16-Jähriger bekam.

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Außerdem habe damals eine Drohung bei seinen Eltern ausgereicht: „Ich habe meinen Eltern mal gesagt, ich möchte nach Hause kommen, wann ich will.“ Keine gute Idee sei das gewesen. Allerdings habe er Mutter und Vater als Volljähriger vor die Wahl gestellt: „Entweder kann ich jetzt machen, was ich will, oder ich überlege mir, dass ich vielleicht doch kein Abitur mache. Ab dem Moment war ich relativ frei.“

Frei hat Jauch später auch immer wählen können, ob er jetzt lieber für eine Biermarke oder für eine Klassenlotterie Werbung machen möchte. Doch damit ist es jetzt vorbei. „Schluss, aus“, sagt er vor den Studenten. „Ich habe für mich beschlossen, dass ich ab jetzt keine Werbung mehr mache. Ich will’s nicht mehr machen, ich habe keine Lust mehr dazu.“ Angesichts seiner künftigen Auftritte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen seien neue Werbeauftritte zudem schwierig in der ARD zu vertreten.

Ein Wort noch zur knallbunten Garderobe in den frühen TV-Jahren? Natürlich, gerne: „Jahrelang habe ich die Anzüge, Hemden und Krawatten selbst gekauft“, bekennt Jauch. „Ich habe da aber eine absolute Nichtbegabung, es war furchtbar.“ Die Rettung: ein Besuch in der Umkleide von Harald Schmidt. „Da hingen damals 150 Anzüge, 150 Hemden und 150 Krawatten nebeneinander. Und da habe ich das erste Mal begriffen, dass es Sender gibt, die die Garderobe bezahlen.“ Auf seine entsprechende Forderung hätten die RTL-Kollegen geradezu erleichtert reagiert: „Die waren selbst schon besorgt wegen meines Outfits und haben gleich zugesagt.“

Von Martin Oversohl

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