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Micky Beisenherz und Sophia Thomalla hatten einen gemeinsamen Plan. Doch ob er aufging?

"Haben ein Monster erschaffen"

Das denkt Beisenherz über sein Shitstorm-Experiment mit Thomalla

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Berlin - Mit zweifelhaften Tweets löste Sophia Thomalla am Wochenende einen Shitstorm aus - das Ganze war ein "soziales Experiment". Jetzt spricht der Erfinder der Aufreger-Postings.

In der Nacht auf Samstag habe er schlecht geschlafen, schreibt Gag-Schreiber Micky Beisenherz am Sonntag in einem Artikel für stern.de. Kein Wunder: Er ist der Erfinder der politisch völlig unkorrekten Postings, die am Freitag auf dem Twitter-Account von Sophia Thomalla erschienen und einen beispiellosen Shitstorm auslösten, der Schauspielerin aber auch 31.000 neue Fans einbrachten - allerdings eher unerwünschte.

In dem Artikel erklärt Stern-Kolumnist Micky Beisenherz, wie es zu der Aktion kam und wie er sie selbst erlebte. Um es vorwegzunehmen: Auf die Frage, ob es das Wert gewesen sei, antwortet Micky Beisenherz am Ende mit: "Nein."

Von vorne: Micky Beisenherz will für eine neue Talkshow einen "Post-Raub" inszenieren, ähnlich dem "Shitstorm-Roulette" von Joko & Klaas, "nur ne Spur härter". Sophia Thomalla schien ihm als geeignete Komplizin, also trafen sie sich nachmittags und sie habe ihm ihr Handy überlassen. 

Der Anfang sei harmlos gewesen: Micky Beisenherz alias Sophia Thomalla schreibt in einem Posting, ob Apple nicht was erfinden könnte, um schreiende Kinder im Flugzeug zu vermeiden. Die Reaktionen seien harmlos gewesen. Also legten sie den nächsten Gang ein. "Trump geht immer gut", habe er sich gedacht, es folgte ein Tweet mit den Worten: "Die USA sind wie ich - n richtiger Kerl ist am Ende besser als ne Omma, die man pflegen muss."

Es folgen irritierte Kommentare, doch Beisenherz und Thomalla wollen mehr: Einen richtigen Shitstorm. Beisenherz' neue Idee:  "Irgendwas gegen kleine Brüste." "Es muss noch stumpfer sein", sagt Thomalla. Daraus ensteht der Spruch: "Kleine Titten sind wie Flüchtlinge. Sie sind nun mal da, aber eigentlich will man sie nicht."

Die Welle der Entrüstung - aber auch Begeisterung - die dieser Tweet auslöste, habe bei ihm eine Art Rausch hervorgerufen, aber auch "das dumpfe Gefühl, da immer noch wider die eigenen Überzeugungen gepostet zu haben. Zugunsten des Traffics", schreibt Beisenherz auf stern.de. "Der Bauch funkt sanfte Signale leichten Unbehagens." Zu Recht: Die "Wutmaschine" lässt sich trotz Erklärung nicht mehr aufhalten, Sophia Thomalla und er erhalten auch danach noch Hunderte Beleidigungen. "Wir haben ein Monster erschaffen", schreibt Beisenherz.

Fast noch schlimmer: Viele applaudieren Sophia Thomalla, feiern sie als eine, die sagt, was viele denken. "Wir reden hier immerhin von 31.000 neuen Freunden. 31.000. Sie hat mit dem Petry-Trick mal knapp 10% mehr Follower gewonnen", so Beisenherz erschüttert.

Der Moderator gibt zu: "Wäre ich nicht im Zentrum des Geschehens, ich hätte wohl fleißig mitgebasht. Wenn auch vielleicht einen Hauch eleganter. Von 'Du Hure!!' über 'tu deiner mutter den gefallen und erhäng dich' bis 'Naja, ich bin ja auch ein Flüchtling, ich könnte dir neue Titten kaufen du Kackhaufen' ist alles dabei."

Bleibt die Frage: Ist das soziale Experiment geglückt? Bei einem Experiment sollte das Ergebnis eigentlich überraschend sein, und das war es nicht, meint Beisenherz selbst: "War es das wert? Gemessen an der Ermattung in meinem Gesicht: Nein. Auch eine Erkenntnis."

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