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"Der Junge mit der Mundharmonika" ist tot

Berlin - Er war “der Junge mit der Mundharmonika“: Bernd Clüver, der sich mit seinen gefühlvollen Balladen monatelang in den deutschen Hitparaden hielt und zum Platten-Millionär wurde, ist tot.

Der Sänger starb in der Nacht zum Donnerstag nach einem häuslichen Unfall im Alter von 63 Jahren, wie der Anwalt Helge Reich im Namen der Familie der Nachrichtenagentur dpa in Berlin bestätigte. Clüver lebte auf Mallorca und in Deutschland. Zu seinen Erfolgen gehören Songs wie “Der Kleine Prinz“, “Bevor Du einschläfst“ oder “Das Tor zum Garten der Träume“. Für Aufsehen sorgte Clüver, als er 1978 mit der Single “Mike und sein Freund“ als erster deutscher Schlagersänger über Homosexualität sang.

Nach Abitur und Bundeswehr hatte Clüver fünf Semester Jura studiert. Seinen Durchbruch erlebte der 1948 in Hildesheim geborene Schlagerstar, als er 1973 zum ersten Mal in Dieter Thomas Hecks ZDF-“Hitparade“ auftrat. “Der Junge mit der Mundharmonika“ eroberte sofort die Hitparade und blieb 27 Wochen lang an der Spitze.

Clüver stieg schnell in der deutschen Schlagerszene auf. Sein persönliches Lebensmotto “Wer immer Glück hat, weiß nicht, was Glück ist“ zog sich thematisch durch seine Lieder. Mehr als 400 Mal trat er im Fernsehen auf, für tausende Shows stand er auf der Bühne und verkaufte mehr als zehn Millionen Platten. Er war lange Jahre mit der früheren “Miss Germany“, Anja Hörnich, verheiratet.

Drafi Deutscher (“Marmor, Stein und Eisen bricht“) schrieb für ihn Hits wie “Hinter Deinem Fenster“ und “Seit Du nicht mehr da bist“. Clüver nahm auch zweimal an Vorentscheidungen zum Eurovision Song Contest teil. Mit dem von Dieter Bohlen geschriebenen Titel “Mit 17“ landete er 1983 auf Platz drei, 1985 wurde er Fünfter mit “Wind von Palermo“. Noch 2006 veröffentlichte er sein Studioalbum “Offen und ehrlich“ auf seinem Label Phenomenia Records.

In einem Interview hatte Clüver 2001 in der “Bild“-Zeitung von seinem Leben auf Mallorca berichtet, wo er in seiner Finca lebte. “In den Siebzigern war ich so berühmt, dass mir die Hunde hinterherbellten. Heute verwechseln mich manche schon mal mit Jürgen Drews. Aber das stört mich nicht. Man darf nicht so stolz sein mit seinem Job“, sagte er damals.

dpa

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