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Massenware Tiefkühlpizza. Foto: Jens Büttner

Ernährungsreport

Deutsche greifen häufiger zur Fertigpizza als früher

Die Deutschen kochen zwar gern selbst, nur fehlt ihnen mehr und mehr die Zeit. Der Trend geht hin zu Fertigkost.

Berlin (dpa) - Tütensuppen und Tiefkühlkost: Die Menschen in Deutschland essen einer Umfrage zufolge mehr Fertiggerichte. Nach der Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Forsa gaben 41 Prozent der Befragten an, gerne mal eine Tiefkühlpizza oder ein Fertiggericht zu essen.

2015 waren es noch 32 Prozent. Bei den Unter-30-Jährigen greift sogar deutlich mehr als die Hälfte gerne zur Tiefkühlpizza, wie aus dem am Dienstag in Berlin von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) vorgelegten "Ernährungsreport 2017" hervorgeht.

Die Deutschen wollen es lecker, gesund - und schnell: Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1007 Bundesbürger ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt.

Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) legt inzwischen Wert auf eine einfache und schnelle Zubereitung ihres Essens. Bei den 19- bis 29-Jährigen sind es sogar 72 Prozent. Männer gehen es dabei noch langsamer an als Frauen: Nur 46 Prozent der Männer bevorzugen die schnelle und einfache Essenszubereitung - aber 63 Prozent der Frauen.

In deutschen Küchen wird insgesamt seltener gekocht. Die Zahl derer, die täglich am Herd stehen, sank von 41 auf 39 Prozent. 33 Prozent greifen den Angaben zufolge noch zwei- bis dreimal pro Woche zum Kochlöffel, 2015 waren es noch 37 Prozent.

Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Verbraucher an die Lebensmittelproduzenten, sie informieren sich auf vielen Kanälen und achten mehr auf die Kennzeichnung durch Siegel.

Beim Kauf von Lebensmitteln zählt vor allem der Geschmack (97 Prozent), danach geht es den Verbrauchern vor allem um die regionale Herkunft (73 Prozent) und um den Preis (57 Prozent). Gleichzeitig wird den Deutschen angeblich das Tierwohl immer wichtiger. 47 Prozent der Befragten achten demnach auf Tierwohllabel als Kennzeichen einer tiergerechten Haltung, 2015 waren es noch 36 Prozent.

"Das ist eine bemerkenswerte Steigerung", sagte Schmidt. "Insgesamt hat sich der Trend zu mehr Tierwohl weiter verfestigt." 87 Prozent halten eine Überprüfung und Verbesserung der Standards für erforderlich, 82 Prozent wünschen sich mehr Transparenz. 88 Prozent wären sogar bereit, mehr für Lebensmittel zu zahlen, wenn die Tiere dafür besser gehalten werden.

Schmidt sagte, er wolle die Ergebnisse des Reports in seine Entscheidungen einfließen lassen. Er forderte etwa verbindliche Qualitätsstandards für Essen in Schulen und Kitas, wie sie sich neun von zehn Deutschen wünschen und wie sie bereits im Saarland und in Berlin vorgeschrieben sind. Eltern würden nicht einsehen, warum jedes Spielgerät auf dem Schulhof überprüft werde, aber nicht das tägliche Schulessen, sagte Schmidt. "14 Länder haben diesen Weg noch vor sich, wir unterstützen dabei gerne."

Auch sei er im Gespräch mit den Kultusministern der Länder wegen eines Schulfachs Ernährung. Fast alle Befragten finden es der Umfrage zufolge wichtig oder sehr wichtig, dass Kinder in der Schule die Grundlagen einer gesunden Ernährung lernen. Noch im Januar wolle er zudem ein Bundeszentrum für Ernährung vorstellen, eine neue Bildungseinrichtung für alle Altersklassen, sagte Schmidt.

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