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Deutschen Radiomoderatoren werden solche Interviews erspart, sagen die Sender.

Tod nach Telefonscherz

Deutsche Radiosender: Drama hier so nicht möglich

Berlin - Nach dem Todesdrama einer Krankenschwester durch einen Telefonscherz, stellt sich die Frage, ob in Deutschland so etwas auch möglich wäre. Das verneinen die Radiosender und liefern einen Grund.

Mehrere deutsche Radiosender haben sich von den Scherzanruf-Methoden distanziert, die in Großbritannien vermutlich zum Tod einer Krankenschwester beitrugen. Telefonscherze gingen in Deutschland niemals ohne die Einwilligung der Betroffenen auf Sendung, betonten am Montag mehrere Wellen bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Zum Schutz der Beteiligten würden wir einen Anruf, ohne die Freigabe des Angerufenen zu haben, nicht senden“, erklärte ein Sprecher von Hit Radio FFH in Bad Vilbel.

Zwei australische Radiomoderatoren hatten in der vergangenen Woche ein Krankenhaus in London angerufen, in dem Kate, die schwangere Frau von Prinz William, behandelt wurde. Die Mitarbeiterin nahm an, es handele sich um die Königin und stellte den Anruf ohne Nachfragen zur Station durch. Der Beitrag wurde gesendet. Später wurde die Schwester tot aufgefunden. Medien spekulieren über einen Selbstmord aus Scham.

„Generell ist es immer problematisch, wenn man sich auf Kosten anderer amüsiert“, sagte in Ludwigshafen der Programmdirektor von rpr, Dirk Alexander Lude. Auch sein Sender gehe daher auf Nummer sicher. Man zeichne Scherzanrufe immer vorher auf und hole sich erst die Genehmigung der Gesprächspartner. Ein generelles Verbot solcher Anrufe zu fordern, heiße aber, „das Kind mit dem Bade auszuschütten“.

Hit-Radio Antenne handhabt es genauso. „Bei uns wird, egal was ausgestrahlt wird, immer freigegeben“, sagte eine Sprecherin des Senders in Hannover: „Ob es simple Hörer-Interviews sind oder Gespräche mit Firmen oder Scherzanrufe wie "Der kleine Nils". Wir fragen immer erst mal nach und senden nichts, was nicht freigegeben ist.“ Ein Vorgehen, wie in London geschehen, sei somit ausgeschlossen.

dpa

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