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Oliver Stone beim Deutschen Filmball.

Deutscher Filmball mit Oliver Stone

München - Beim Deutschen Filmball feiert die deutsche Filmbranche vor allem sich selbst. Internationale Prominenz macht sich rar - mit einer Ausnahme.

Schauspieler Tom Schilling erwartet: „Da drin ist Halligalli, da fallen die Leute betrunken von den Tischen.“ Elyas M'Barek ist überzeugt: „Das ist eine der Top fünf Veranstaltungen in Deutschland zum Feiern.“ Kabarettistin Monika Gruber ist bei ihrem ersten Mal etwas vorsichtiger. „Ich hoffe, dass ich mich nicht daneben benehme.“ Und Veranstalterin Manuela Stehr, Präsidentin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), verspricht: „Das hat überhaupt nichts Verschnarchtes.“

Die Erwartungen sind groß vor dem Deutschen Filmball am Samstagabend. Schon zum 42. Mal lädt die SPIO zum pompösen Abschluss der Münchner Filmwoche. Im Nobelhotel Bayerischer Hof trifft sich die deutsche Schauspielprominenz zur großen Party. Eine „rauschende Ballnacht“ wünscht sich der Schirmherr, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

Legendäre Geschichten kursieren vom Filmball. Unvergessen etwa Produzent Bernd Eichinger, der Champagner aus einem Damenschuh trank. Auch große Namen hat der Filmball in der Vergangenheit gesehen: Michael Douglas, Roger Moore oder Romy Schneider.

Wer auch in diesem Jahr internationale Prominenz erwartet hat, wird jedoch ein wenig enttäuscht. Heute feiert die deutsche Filmbranche weitgehend unter sich. Heiner Lauterbach ist gekommen, wie auch Heike Makatsch oder Jan Josef Liefers und Anna Loos. Auch Moritz Bleibtreu, Nadja Uhl und Stammgast Uschi Glas sind dabei. Den Gang über den roten Teppich, draußen in der Kälte vor dem Hotel, im Blitzlichtgewitter der Fotografen, spart sich mancher Schauspieler aber lieber.

„Hierherschauen“, „einmal nach links, bitte“, „Stopp!“: Wild schreien die Fotografen durcheinander, als der Topstar des Abends, Oscarpreisträger Oliver Stone (68, „Platoon“) den roten Teppich betritt. Der Regisseur lächelt in die Kameras, winkt, schreitet dann aber schnell weiter in Richtung warmer Ballsaal. Nicht allzu lange später ist er dann ganz verschwunden. Immerhin, zeigte sich James-Bond-Darsteller Daniel Craig 2009 doch gerade mal ein paar Minuten auf dem roten Teppich, bevor er wieder im Aufzug verschwand.

Drinnen im Ballsaal wird dann aber doch noch ordentlich gefeiert. Auf der Tanzfläche ist zeitweise kein Durchkommen mehr, auf der Bühne rockt Elvis Presley mit Live-Band. Große Namen zeigen sich aber eher selten auf der Tanzfläche - entweder stehen sie wie Moritz Bleibtreu etwas abseits ins Gespräch vertieft, oder sie sind - wie Oliver Stone - schnell ganz verschwunden. Der Rest lässt sich davon aber nicht stören und feiert fröhlich bis tief in die Nacht. In einem Nebenraum wird Roulette gespielt. Betrunken vom Tisch fällt indes niemand.

dpa

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