„New York Magazine“ zeigt Cover

Diese 35 Frauen sagen: Bill Cosby hat mich missbraucht

New York - Ernste Gesichter, die Hände auf dem Schoß: Das renommierte „New York Magazine“ hat für sein Cover 35 Frauen abgelichtet, die den Komiker Bill Cosby (78) des sexuellen Missbrauchs beschuldigen.

Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt sie auf Stühlen sitzend und trägt den Titel: „Cosby: Die Frauen. Eine unerwünschte Schwesternschaft“. Ein Stuhl bleibt auf dem Bild leer: Er steht symbolisch für die Opfer des Entertainers, die nicht auf dem Foto sowie für die Opfer, die sich noch nicht offenbart haben.

In dem Heft vom Montag berichten die Frauen von persönlichen Erlebnissen mit dem US-Schauspieler, der in der Missbrauchsaffäre seit Monaten immer stärker unter Druck gerät. „Ich habe keine Angst mehr. Ich fühle mich stärker als er“, wird Chelan Lasha zitiert, die angibt, 1986 von Cosby vergewaltigt worden zu sein.

Mehrere Frauen erklärten in dem Artikel, warum sie so lange geschwiegen hätten. "Ich hätte in irgendeine Straße in Manhattan gehen und irgendwo sagen können: 'Ich bin von Bill Cosby unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden.' Wer auf der Welt hätte mir geglaubt? Absolut niemand", sagte eine 48-Jährige, die angeblich missbraucht wurde, als sie im Alter von 17 Jahren Schauspielerin werden wollte

Die Frauen, die sich im "New York Magazine" äußerten, waren zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Vorfälle angehende Schauspielerinnen, Models, aber auch Kellnerinnen. "Er hat mich gefragt, ob ich ein Glas Wein trinken möchte. Es hatte einen schrecklichen Geschmack. Und ich habe angefangen, mich nicht wohl zu fühlen", erinnerte sich eine heute 52-Jährige. Sie habe damals "zu viel Angst" gehabt, Anzeige zu erstatten.

Das Magazin arbeitete nach eigenen Angaben sechs Monate lang an der Geschichte. Demnach werfen insgesamt 46 Frauen dem mit der Sitcom "The Cosby Show" weltbekannt gewordenen Schauspieler sexuelle Vergehen bis hin zur Vergewaltigung vor. Cosby bestritt die Vorwürfe vehement. Allerdings hatte er 2005 zugegeben, im Jahr 1976 einer Frau das Beruhigungsmittel Quaaludes verabreicht zu haben, weil er mit ihr Sex haben wollte. Entsprechende Gerichtsunterlagen waren Anfang des Monats bekannt geworden.

Vergangene Woche hatten die Anwälte des 78-Jährigen erklärt, Cosby habe damals lediglich zugegeben, wie viele andere in den 70er Jahren im Sexleben zu Drogen gegriffen zu haben. Der Sex sei immer im beiderseitigen Einverständnis erfolgt, die Medien hätten aber den Eindruck einer Vergewaltigung erweckt. "Die schiere Zahl der Menschen, die eine bestimmte Sache sagen, macht diese noch nicht wahr", sagte Anwältin Monique Pressley..

dpa/afp

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