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Dieter Hildebrand macht aus seinem Alkoholproblem keinen Hehl

Dieter Hildebrand (82) gesteht sein Alkoholproblem

München - Es mag nach einem Geständnis klingen, aber für Dieter Hildebrandt ist es eine nüchterne Feststellung. „Der Alkohol ist mein Feind, aber ich liebe ihn. Ich bin Alkoholiker.“

Es sind ehrliche Worte, die der beliebte Kabarettist vor wenigen Tagen in einem Buch äußerte. Ehrliche Worte mit Folgen. Denn schon zeichnen viele von dem 82-Jährigen ein falsches Bild: der Trinker, der Problemfall! „Das nervt. Denn ich habe nur etwas ausgesprochen, was mancher nicht sagt. Deshalb bin ich doch nicht kriminell, oder?“, so der Waldperlacher zur tz. Die „Beichte“ legte Dieter Hildebrandt in einem Gespräch mit Autor Louis Lewitan für dessen Buch Die Kunst, gelassen zu bleiben ab, das vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. „Wir sprachen einfach übers Leben. Es war ein gutes Gespräch – und plötzlich redete ich auch darüber, was Alkohol für mich bedeutet“, erklärt der Kabarettist die Situation.

Und ja, zweifelsohne spielten und spielen Schnaps und Wein im Leben des Familienvaters eine bestimmte Rolle. „Arbeit und Alkohol – das sind zwei große Dinge, die mich gerettet haben“, erzählte der 82-Jährige dem Buchautor. Er spielt hier besonders auf das Jahr 1985 an, als die Trauer um seine erste Frau Irene nach deren Krebstod für ihn schier unerträglich war. Eine harte Zeit, in der Hildebrandt viel trank. Krisen im Leben zu überstehen, da bedürfe es manchmal eines gewissen Beistandes. „Da hilft mir schon mal eine Flasche Wein oder ein Whiskey.“

Natürlich trinke er auch heute noch seinen Wein – regelmäßig. „Aber das sehe ich als nichts Besonderes an. Es gibt Wichtigeres auf der Welt. Ganz zu schweigen davon, dass es eigentlich niemanden etwas angeht – außer mir und meiner Familie. Ich habe ja keine tragende Führungsposition mehr. Ich kann mir das leisten.“ Was den Kabarettisten besonders ärgert: Seit seinem Geständnis steht sein Telefon nicht mehr still, jeder wolle nun wissen, ob er „ein Trinker“ sei. Darunter leide auch seine Ehefrau sehr.

Trotz des Ärgers – im tz-Gespräch blitzte auch der wohlbekannte scharfzüngige Humor des Scheibenwischer-Erfinders wieder auf: „Jetzt muss ich mich wohl bei meinen Auftritten darauf einstellen, dass mir die Leute zurufen: Ach, Sie sind also dieser Alkoholiker.“

Armin Geier

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