Dirk Bach im Abendkleid

- Köln (dpa) - Den großen Auftritt lieferte Comedy-Star Dirk Bach. Im knallroten schulterfreien Abendkleid, das über dem Bauch gefährlich spannte, angetan mit Kette und funkelnden Ohrgehängen, trat er bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises vors Publikum. Rund 1500 geladene Gäste der Gala im Kölner Coloneum brachen am Samstagabend in schallendes Gelächter aus.

<P> Neben Bach erschien Co-Moderatorin Sandra Maischberger im schmalen schwarzen Frack: "Meine größten Gefahrenquellen sind immer noch hohe Schuhe und lange Kleider."</P><P>Doch die großen Gewinner des Abends waren nicht die Comedians, sondern eher die Vertreter der ernsten Sparte. Der SAT.1-Zweiteiler "Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker" wurde als bester Fernsehfilm ausgezeichnet. "Zeitgeschichte, wie sie spannender und kraftvoller nicht inszeniert werden kann", urteilte die Jury.</P><P>Sabine Christiansen und Maybrit Illner, Frontfrauen im TV-Duell mit Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unions-Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) in ARD und ZDF, siegten in der Sparte Beste Information. Freudig nahmen sie die Trophäe, einen etwa 30 Zentimeter großen Glas-Obelisken, entgegen und bedankten sich bei ihren Duellanten. "Modern Talking mal ganz anders", nannte Illner den Schlagabtausch vor der Bundestagswahl, der mehr als 15 Millionen Menschen vor den Bildschirm lockte. Da blieb selbst Laudator Piet Klocke die Spucke weg. Und wie gewohnt brachte er - zur Freude seiner Fangemeinde - keinen Satz zu Ende.</P><P>Als der Film- und Fernsehautor Wolfgang Menge (78) ins Rampenlicht trat, erhoben sich die Zuschauer und spendeten tosenden Applaus. Der Erfinder der Kult-Serie "Ein Herz und eine Seele" erhielt den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk. Der ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Fritz Pleitgen sprach in seiner Laudatio von einem der größten Fernsehhits der Geschichte.</P><P>Außer Konkurrenz vergab die Jury erstmals in der vierjährigen Geschichte des Preises die Auszeichnung "Fernsehereignis des Jahres". Der Preis ging an den ARD-Dreiteiler "Die Manns - Ein Jahrhundertroman". Das Familienepos um Thomas Mann, dargestellt von Armin Mueller-Stahl, sei ein "wunderbar gelungenes Werk", sagte der scheidende Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin. Das Dokudrama von Heinrich Breloer und Horst Königstein habe ein klassisches Bildungsbürgerthema für das Fernsehen im besten Sinne popularisiert - und damit auch international Akzente gesetzt. Mueller-Stahl war zur Preisverleihung eigens aus den USA angereist.</P><P>In der Sparte Unterhaltung war Oliver Geißen mit "Die 80er Show" bei RTL der große Gewinner. Der Preisträger mit Strubbelfrisur und Nadelstreifenanzug schlug sogar Fernseh-Liebling Günther Jauch mit "Der große IQ-Test" (RTL) aus dem Feld. Anke Engelke kassierte für "Ladykracher" (SAT.1) den Preis für die beste Comedy. Bei der Besten täglichen Sendung, ebenfalls eine neue Kategorie, votierten die Juroren für "Richterin Barbara Salesch" (SAT.1). Die "Mutter aller TV-Gerichte" sei inzwischen eine Institution am Fernsehnachmittag.</P><P>Die Beste Sportsendung präsentierte nach Meinung der Jury Star-Kommentator Marcel Reif mit der "Fußball-WM 2002" auf Premiere. Mit Sprüchen wie "Wer dieses Spiel Atem beraubend findet, hat es an den Bronchien" verkörpere er eine Klasse für sich. Nur der rundliche Dirk Bach wollte sich mit dem Thema nicht so recht anfreunden. Für ihn gebe es aber den Trinksport, räumte er ein. Und nach der Show werde er das tun, was er immer nach solchen Veranstaltungen mache: Wodka trinken!</P><BR>Bildergalerie:

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