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Ein Kamerad der Extrem-Bergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner ist am K2 abgestürzt und gestorben.

Drama am K2 - Bergsteiger stirbt

Wien - Am K2, dem zweithöchsten Berg der Welt, ist die Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner schon mehrfach gescheitert. Das jüngste Abenteuer brach sie ab: Ihr Bergkamerad stürzte in den Tod.

Sie ist eine Getriebene - aber nicht um jeden Preis. Immer wieder hat sich die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner dem K2 mit Respekt und ohne Sauerstoff genähert. Immer wieder scheiterte die Besteigung. Dramatisch endete jetzt die jüngste Expedition der Extrembergsteigerin auf 8611 Metern Höhe: Ihr schwedischer Kamerad Fredrik Ericsson stürzt vor ihren Augen mehr als 1000 Meter in den Tod. Der Extrem-Skifahrer hatte vor, die drei höchsten Berge der Welt mit Brettern hinabzugleiten. Kaltenbrunner sei mit ihren Begleitern unverletzt auf dem Rückweg ins Basislager, teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Freitag mit. Die Wetterforscher halten ständigen Kontakt zur Expedition der 39-Jährigen. “Wir wissen nicht, wie es Gerlinde psychisch geht“, sagte der Leiter der Wetterdienststelle Tirol, Karl Gabl, der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Hier geht's zum Blog des verunglückten Frederik Ericsson.

Dichtes Schneetreiben und Lawinen machten den Aufstieg von Kaltenbrunners Team kurz vor dem Gipfel immer schwieriger. Wegen ungewöhnlich hoher Temperaturen lösten sich wiederholt Steinbrocken. Ihr deutscher Ehemann, der Extrembergsteiger Ralf Dujmovits, kehrte bereits am Donnerstag um. Auch Skyrunner Christian Stangl, der ebenfalls am K2 unterwegs war, brach sein Vorhaben am Freitag ab. Wie genau der Unfall passierte, ist noch unklar. Der steil aufragende Riese im Karakorum-Gebirge ist der einzige Achttausender, den die Oberösterreicherin noch nicht bezwungen hat. Sechs Mal hat sie es bereits versucht, sechs Mal hat die Natur es verhindert. Obwohl der K2 an der pakistanisch-chinesischen Grenze nach dem Mount Everest nur der zweithöchste Berg der Welt ist, gilt er unter Alpinisten als der schwierigste Achttausender. Lange, steile Wände und extreme Wetter- und Windverhältnisse lassen dort immer wieder Extremsportler ihren Tod finden.

Eine “höllisch gefährliche Angelegenheit“

Der K2 sei eine “höllisch gefährliche Angelegenheit“, sagt auch Bergsteiger- Legende Reinhold Messner der APA. Viele Sportler würden an bestimmten Stellen im Schnee steckenbleiben oder von herausbrechenden Eis- Platten, sogenannten Seraks, mitgerissen werden. Kaltenbrunner hat es sich als eine der besten Bergsteigerinnen weltweit zum Ziel gemacht, alle Achttausender ohne Sauerstoff zu bezwingen. Dies unterscheidet sie von Edurne Pasaban aus Spanien und Oh Eun Sun Südkorea. Beide Frauen standen zwar schon auf den Gipfeln der 14 höchsten Berge der Erde, griffen aber zu Beatmungsgeräten.

Als Wettbewerb sieht die Extremsportlerin ihren Beruf sowieso nicht: “Wenn es mir nur um den Rekord ginge, hätte ich überall die Normalwege genommen. Ich möchte auf jedem der 14 Achttausender Gipfel gestanden haben, doch ist es mir völlig egal, als wievielte Frau“, sagte sie einmal. Auch die Gesundheit gehe vor. Dass die Sportlerin mit den langen braunen Haaren und dem strahlenden Lächeln ihr Vorhaben nun aufgibt, ist nicht zu erwarten. Im Mai 2007 verschüttet eine Lawine bei der Besteigung des Dhaulagiri ihr Team. Zwei spanische Bergkameraden sterben, Kaltenbrunner überlebte knapp dank einer Luftblase und grub sich selbst aus den Schneemassen aus. Zwei Monate später bezwang sie mit dem Broad Peak ihren zehnten Achttausender. Für Messner ist das nichts Ungewöhnliches. Der Unfall am Freitag sei natürlich tragisch, sagt er: “Die Leiden, die sie jetzt zu ertragen hat, gehören aber zum Bergsteigen dazu.“

dpa

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