Draufgänger mit Charme - Prinz Harry wird 20

- London - Der junge Mann hat mit 14 seinen ersten Joint geraucht und trinkt gern einen über den Durst. Das ist im Prinzip nicht ungewöhnlich für Briten seiner Generation, aber doch problematisch, wenn man die Nummer 3 der Thronfolge ist.

<P>Deshalb darf Prinz Harry seinen 20. Geburtstag an diesem Mittwoch auch nur "zurückhaltend" feiern, wie aus der Residenz seines Vaters verlautet. Ein Musterknabe war "Prinsch Harry" (The Sun) noch nie. Schon als Schüler konsumierte er Alkohol, Haschisch und mindestens einen lebenden Goldfisch. Seit seiner hormonellen Reifung liefert er den britischen Paparazzi gemeinsam mit seiner Clique zudem immer neue Motive für Gruppenbilder mit Damen. Vater Charles (55) ist beunruhigt und plant des Widerspenstigen Zähmung.</P><P>Als Harry vor einem Jahr die Schule abschloss, stellte sich die Berufsfrage - immer schwierig bei Royals, die eigentlich nicht arbeiten müssen, aber doch sollen und dabei längst nicht alles dürfen. Harry ist, wie die "Times" es einmal formulierte, "weniger intellektuell als sein Bruder William", dessen bestes Fach auch schon Sport war. Nach Recherchen britischer Zeitungen hatte Harry das schlechteste Abitur seines Jahrgangs.</P><P>Ihn selbst störte das nicht - er wollte Polo-Profi werden. Der Traditionssport des englischen Hoch- und Geldadels, eine Art Hockey zu Ross, hat es ihm angetan. Zuschauer berichten zuweilen, er sei ein regelrechter "Pferdeflüsterer", der störrische Tiere durch pures Anhauchen beruhigen könne, eine Technik, die er angeblich von seiner Großmutter Königin Elizabeth abgeguckt hat.</P><P>Doch wenn man den britischen Hofreportern glauben darf, stieß dieser Wunsch auf ein unerbittliches väterliches Nein. Stattdessen soll Harry jetzt dahin, wohin die Königsfamilie ihre Sprösslinge immer schon schickte: zum Militär. Zurzeit trainiert er gerade für die Aufnahmeprüfung an der Eliteakademie Sandhurst.</P><P>Der Stab seines Vaters gibt sich seit einiger Zeit große Mühe, ihn in der Öffentlichkeit in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. So wird er noch in diesem Monat mit einem teilweise selbst gedrehten Film über afrikanische Aids-Waisen im britischen Fernsehen hervortreten. Harry in den Fußstapfen seiner sozial bewegten Mutter Diana - das scheint die neue Strategie der hoch bezahlten PR-Experten in Diensten seines Vaters zu sein.</P><P>Mit der Wahrheit nehmen sie es dabei nicht immer ganz genau. So enthüllte Charles' ehemaliger PR-Chef Mark Bolland im vergangenen Jahr einen Deal mit der Boulevardzeitung "News of the World". Das Blatt hatte herausgefunden, dass Harry Drogen nahm, und wollte darüber berichten. Nachdem Bolland mit der Zeitung gesprochen hatte, änderte sich der Tenor des Artikels: Nun hieß es, mittlerweile rühre Harry keine Drogen mehr an. Der besorgte Charles habe ihn zur Abschreckung für einen Tag in eine Entzugsklinik geschickt, und das habe gewirkt. Im Nachhinein verriet Bolland: Der Klinikbesuch fand in Wahrheit statt, bevor Harry Drogen nahm - nicht danach.</P><P>Manche PR-Leute warnen den Thronfolger nun, das Manipulieren der Medien sei ein gefährliches Spiel. Letztlich könne man Harry wohl am Besten so präsentieren, wie er wirklich sei - ein "Dirty Harry" mit Charme.</P>

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