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Ronald Schill.

"Viele Schüsse"

Drei Tote bei Schießerei in Schills Favela

Rio de Janeiro - Gerade war er noch im TV in der Südsee-Nackt-Show „Adam und Eva“ zu sehen, nun wird er in seiner Heimat Rio mit weniger paradiesischen Zuständen konfrontiert. In Ronald Schills Favela knallt es heftig.

Kurz nach der Rückkehr in seine Wahlheimat Rio de Janeiro ist es in der Favela von Hamburgs früherem Innensenator Ronald Schill zu tödlichen Schießereien gekommen. In dem oberhalb von Copacabana gelegenen Armenviertel Pavão-Pavãozinho wurden bei stundenlangen Schusswechseln zwischen Drogenhändlern und Militärpolizei mindestens drei Menschen getötet und der Chef der lokalen Polizeieinheit UPP verletzt, wie das Portal „Globo“ berichtete. Bis an den Strand der Copacabana waren Schüsse zu hören.

„Die Polizei war mit mehreren Hubschraubern präsent, es waren viele Schüsse zu hören“, sagte Schill der Deutschen Presse-Agentur in Rio. Die Frage, ob er sich wegen der Schießereien nun nicht mehr sicher fühle, verneinte der 57-Jährige: „Ich bin kein ängstlicher Mensch.“

Schill war zuletzt in Deutschland bei RTL in der Dating-Show „Adam sucht Eva - gestrandet im Paradies“ zu sehen, die sich dadurch auszeichnet, dass die Kandidaten nichts anhaben. Er war erst am Sonntag nach Rio zurückgekehrt, seit vier Jahren wohnt der frühere Amtsrichter („Richter Gnadenlos“) hoch oben in Pavão-Pavãozinho. Schill hat dort ein einfaches Häuschen - 570 Stufen sind es bis dorthin, dafür hat er eine Traumaussicht auf Copacabana und das Meer.

Die Favela mit rund 10 000 Einwohnern liegt an einem Hügel mit Blick über die ganze Bucht. Eigentlich gilt sie als befriedet und sicher, es werden auch Touristenführungen angeboten. „Für mich ist das eine große Überraschung“, sagte Schill. Er habe gedacht, dass sich die Polizei im Kampf gegen Drogenhändler nach Olympia auf den Norden der Stadt konzentriere, wo die meisten Drogenbanden ihre Bastionen haben.

Mehrere Straßen wurden am Montagnachmittag (Ortszeit) in Copacabana stundenlang gesperrt, Markthändler mussten ihre Geschäfte einstellen. Schwer bewaffnete Polizisten durchkämmten die Favela, um Verdächtige zu finden. Ein lokaler Drogenboss wurde verletzt, ebenso wie zwei weitere Polizisten, mehrere Personen wurden festgenommen. 500 Meter vom Eingang der Favela entfernt wurden während der Olympischen Spiele im August die Triathlon-Wettkämpfe ausgetragen, zudem befand sich an der Strandpromenade von Copacabana der Zieleinlauf der Radrennfahrer.

dpa

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