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Jesse Hughes, Sänger US-Rocker "Eagles of Death Metal" vor dem Bataclan in Paris.

Paris-Konzert als Therapie

Eagles of Death Metal: Sänger fordert Waffen für alle

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Paris - Am Dienstagabend treten die Eagles of Death Metal zum ersten Mal nach dem Terror-Anschlag bei einem ihrer Konzerte in Paris auf. Zuvor gab die US-Band ein paar emotionale und kontroverse Interviews.

"Ich habe Angst, ich habe wirklich Angst", sagte der Bandleader Jesse Hughes in einem höchst emotionalen Interview mit der Nachrichtenagentur AFP, über den Auftritt im legendären Pariser Konzertsaal "Olympia" am Dienstagabend. "Ich hoffe, ich kann auf die Bühne laufen und stärker sein als jetzt. Ich will nicht vor allen zusammenbrechen."

Drei schwerbewaffnete Islamisten hatten das Bataclan am 13. November während eines Konzerts der Eagles of Death Metal attackiert. Sie töteten 90 Menschen, während ihre Komplizen bei zeitgleichen Angriffen in Paris 40 weitere Menschen umbrachten. 

"Emotionalen Krebs herausschneiden"

Knapp einen Monat danach kehrte die Band als Überraschungsgast bei einem U2-Konzert nach Paris zurück. Wenige Tage später kündigten die Musiker für den 16. Februar ein ganzes Konzert in Paris an - und luden alle Besucher des attackierten Bataclan-Auftritts ein, um das Konzert "zu Ende zu spielen".

"Ich verstehe was die Leute fühlen, die nicht kommen können", sagte Hughes nun mit Blick auf die Überlebenden des Anschlags, die dem Auftritt fernbleiben wollten. "Aber ich weiß in meinem Herzen: Das Richtige zu tun bedeutet, das Schwerste zu tun." Er fügte hinzu: "Es soll nicht leicht sein. Es soll schwer sein. Das ist für mich eine Therapie. Ich bin egoistisch." Es gehe darum, einen "psychologischen, emotionalen Krebs, der die ganze Welt infiziert hat" herauszuschneiden.

Frontmann berichtet vom Horror-Abend

„Es geht einfach darum, unseren Weg durch diese Traurigkeit zu bahnen“, sagte der Frontmann, und erzählte auch von dem verhängnisvollen Abend des 13. November. "Als ich um mein Leben gerannt bin, war da ein Kerl neben mir, der Schwierigkeiten hatte zu laufen." Der Mann habe heftig geblutet. "Er hat tief eingeatmet und gesagt: 'Dein letztes Konzert war viel besser'", berichtete der Sänger mit einem kehligen Lachen. "Das war so unglaublich mutig, einen Witz zu machen."

Waffengesetze: "Eagles of Death Metal"-Sänger mit kontroverser These

In einem Interview mit dem französischen TV-Sender iTélé fragte Huges: "Haben die französischen Waffengesetze verhindert, dass auch nur ein Mensch im Bataclan stirbt, verdammt noch mal? Ich denke nein. Ich glaube, die einzigen, die das getan haben, waren ein paar der mutigsten Männer, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe, und die haben sich mit ihren Waffen todesmutig dem Tod gestellt." 

Der 43-Jährige fuhr fort: "Bis zu dem Tag, an dem niemand mehr Waffen besitzen darf, bin ich dafür, dass alle sie besitzen dürfen, denn ich habe noch nie jemanden, der eine besaß, sterben sehen, aber ich habe an diesem Abend Menschen sterben sehen, die vielleicht noch leben könnten." 

dpa/afp/hn

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