Eggenfelden will von Popularität des "schrägen Daniels" profitieren

- Eggenfelden - "Ich bin der Daniel aus Eggenfelden." Mit diesen Worten hat sich der schrille Sänger Daniel Küblböck in der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" einem Millionenpublikum vorgestellt und damit seine Heimatstadt in Niederbayern über Nacht bekannt gemacht. "Eggenfelden ist derzeit in aller Munde", schwärmt Bürgermeister Werner Schießl. Und während der 34-jährige Rathauschef bereits vom wirtschaftlichen Aufschwung dank Daniel spricht, werden die Kritiker des jungen Sängers immer leiser. Wenn an diesem Samstag Daniel in der nächsten "Superstar"-Runde gegen die beiden anderen verbliebenen Endrundenteilnehmer Alexander und Juliette antritt, werden in seiner Heimat im Rottal wieder Tausende mitfiebern.

"Daniel lockt die Menschen nach Eggenfelden", meint Stadtoberhaupt Schießl (Freie Wähler). Von den bundesweit viel beachteten Auftritten des 17-jährigen "Paradiesvogels" mit der etwas "quietschigen" Stimme erhofft er sich einen langfristigen Werbeeffekt für die Stadt. "Im Einzelhandel und im Tourismus ist bereits ein gesteigertes Interesse spürbar", erklärt der Bürgermeister.<BR><BR>In den Hotels hätten sich für den Sommer mehr Besucher angekündigt als in den Vorjahren.<BR>Auch der Daniel-Fanclub Eggenfelden kann sich seit Wochen vor Anmeldungen kaum retten. Die Fangemeinde im Rottal war einer der ersten unter den mittlerweile rund 40 Daniel-Clubs in Deutschland. "Wir haben mehr als 1000 Mitglieder und täglich kommen neue Anfragen", sagt Gründer Stefan Schaitl. <BR><BR>Vom Daniel-Fieber seien nicht nur Teenies, sondern auch 40- bis 50-Jährige befallen. Sogar Senioren hätten dem Sänger zugejubelt, als sich dieser Mitte Februar ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Allerdings war die Feierstunde, bei der der Jugendliche sein Autogramm in das Buch neben Politgrößen wie Bundeskanzlern und Ministerpräsidenten setzte, umstritten. Nicht wenige fanden, dass dies der Ehre zu viel für Daniel gewesen sei.<BR><BR>Das Gästebuch auf der Internet-Seite des Fanclubs umfasst dennoch knapp 5000 Einträge auf fast 800 Seiten. Die Botschaften von Fans und Kritikern reichen von feurigen Liebeserklärungen bis zu Beschimpfungen weit unter der Gürtellinie. "Daniel ist schon manchmal eigenartig, er tut damit aber niemandem etwas und hat diese Kraftausdrücke nicht verdient", sagt Club-Gründer Schaitl. Die öffentliche Kritik an dem "Superstar"-Kandidaten mit der "Kermit-Stimme" ist in Eggenfelden mittlerweile leiser geworden. Aber in der Vergangenheit war der Sänger mit der Vorliebe für Second-Hand-Anzüge auch schon als "Kasperl der Nation" bezeichnet worden.<BR><BR>Am Samstag können die Anhänger Daniels den Auftritt der drei letzten "Superstar"-Kandidaten in der 14 000-Seelen-Gemeinde entweder auf dem Stadtplatz oder in einer Discothek auf Großleinwänden verfolgen. "Wir müssen erreichen, dass mindestens zwei Millionen Menschen für Daniel stimmen", sagt Schaitl. Denn für den 25-jährigen Fanclub-Vorsitzenden kann es bei dem Talentwettbewerb nur einen Sieger geben: "Daniel hat eine Stimme, die aus dem Rahmen fällt und einen hohen Wiedererkennungswert hat." 

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