Ehekrise und Sex-Karikatur: Bewegte Zeiten für Spaniens Königshaus

Madrid - Die Zahl 13 brachte Unglück. 13 Jahre nach der Bekanntgabe ihrer Verlobung gehen die spanische Königstochter Elena (43) und ihr Mann Jaime de Marichalar (44) getrennter Wege. Das Königshaus gab die "einstweilige" Trennung der Herzöge von Lugo an einem Dienstag, dem 13., bekannt. Für die Spanier bedeutet dieser Tag das, was für die Deutschen ein Freitag, der 13., ist.

Den spanischen König Juan Carlos sollen die Krise und das mögliche Scheitern der Ehe seiner ältesten Tochter ziemlich mitgenommen haben. Der 69-jährige Monarch war stets darauf bedacht, dass die königliche Familie den Spaniern ein gutes Beispiel gab. Juan Carlos habe alles getan, die Trennung der Infantin von ihrem - aus einem Adelshaus stammenden - Mann zu verhindern, berichtete die Presse. Die Eheprobleme der Infantin seien auch der Grund dafür gewesen, dass der König sich in letzter Zeit zuweilen missgelaunt gezeigt habe.

Spaniens Königshaus erlebt bewegte Zeiten. Unmittelbar vor Bekanntgabe der Trennung von Elena und Marichalar waren zwei Mitarbeiter einer Satire-Zeitschrift wegen einer Sex-Karikatur von Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia von einem Gericht zu Geldstrafen verurteilt worden. Der Skandal um die Zeichnung war für das Königshaus nicht nur deshalb ein Ärgernis, weil die Karikatur den Thronfolger und seine Frau beim Geschlechtsakt darstellte, sondern auch weil die Zeichnung durch das Gerichtsverfahren weltweite Publizität erhielt.

Damit aber nicht genug. Im kirchlichen Radiosender Cadena COPE forderte ein prominenter Moderator mehrfach eine Abdankung des Königs. In der nordostspanischen Region Katalonien verbrannten Separatisten auf Kundgebungen Fotos des Monarchen. Ein Besuch des Königs in den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla löste einen diplomatischen Zwist zwischen Spanien und Marokko aus. Auf dem Iberoamerika-Gipfel in Santiago de Chile kam es zu einem Eklat, als Juan Carlos den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez anfuhr: "Warum hältst Du nicht mal den Mund?"

Mehrere Kommentatoren sprechen von einem "annus horribilis" (schrecklichen Jahr) für das spanische Königshaus. Die Ehekrise von Elena und Marichalar hatte sich seit längerem abgezeichnet. Das Paar hatte sich auseinandergelebt, seit der Adelige im Dezember 2001 einen Schlaganfall erlitten hatte. Marichalar wirkte während seiner Rehabilitation zeitweise deprimiert. Als er sich einigermaßen erholt hatte, zog es ihn in die Welt des Luxus und der Mode. Sein Adelstitel "Duque de Lugo" wurde zu "Duque de lujo" (Herzog von Luxus) persifliert. Elena pflegt dagegen einen eher bescheidenen Lebensstil und interessiert sich vor allem fürs Reiten und andere Sportarten.

"Die Trennung ist ohne Zweifel der erste Schritt zu einer Scheidung", stellte der Königshaus-Experte Jaime Peñafiel fest. Der Palast wollte sich dazu nicht äußern. Allerdings ist eine Scheidung auch in einem katholischen Land wie Spanien für das Königshaus kein Tabu mehr. Dies zeigt sich allein daran, dass Kronprinz Felipe eine geschiedene Frau (Letizia) heiratete.

Seit Anfang des vorigen Jahrhunderts scheiterten fünf Ehen von spanischen Royals. Die letzte Trennung liegt fast 70 Jahre zurück. Der älteste Sohn des Königs Alfonso XIII., des Großvaters des jetzigen Monarchen, ließ sich in den 30er Jahren gleich zweimal scheiden und musste auf seinen Thronanspruch verzichten.

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